ROUNDUP/Libanon: Israel greift weiter Gesundheitseinrichtungen an
Die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon gehen trotz Waffenruhe weiter. Im Südlibanon wurden dabei seit der Nacht nach Behördenangaben mindestens zehn Menschen durch israelische Luftangriffe getötet. Darunter seien sechs Sanitäter und auch ein Kind gewesen, meldete das Gesundheitsministerium in Beirut. Weitere Personen und Sanitäter seien verletzt worden. Das israelische Militär äußerte sich zu den Angriffen zunächst nicht.
Die getroffenen Gesundheitsdienste stehen der Hisbollah und der mit ihr verbündeten Amal-Bewegung nahe. Israel greift im Libanon immer wieder auch Gesundheitseinrichtungen und medizinische Teams an. Es wirft der vom Iran unterstützten Hisbollah vor, diese als Tarnung zu missbrauchen, um Waffen und Kämpfer zu verstecken. Da die Hisbollah insbesondere im Südlibanon wie ein Staat im Staate fungiert, stellt ihr ziviler Arm in diesem Gebiet auch medizinische Versorgung bereit.
Mehr als 100 Beschäftigte im Gesundheitswesen getötet
Die libanesische Regierung, die keine Konfliktpartei im aktuellen Krieg ist, weist die Vorwürfe Israels zurück. Gesundheitsminister Rakan Nassereddine verurteilte die Angriffe kürzlich als "systematische gezielte Zerstörung des Gesundheitssektors". Seit Beginn der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah Anfang März wurden nach Behördenangaben 116 Beschäftigte im Gesundheitswesen getötet. 16 Krankenhäuser wurden demnach beschädigt und 147 Krankenwagen angegriffen.
Die israelische Armee gab unterdessen an, zwei bewaffnete Menschen nahe der israelischen Grenze im Südlibanon getötet zu haben. Außerdem sei ein verdächtiges Luftobjekt auf dem Weg in den israelischen Luftraum identifiziert worden. Der Kontakt dazu sei jedoch verloren gegangen, bevor es israelisches Gebiet erreicht habe. Verletzte habe es nicht gegeben.
Im Zuge des Iran-Kriegs ist es auch zu einer erneuten Eskalation zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah gekommen. Die libanesische Regierung und Israel haben sich zwar Mitte April auf eine Waffenruhe geeinigt. Die gegenseitigen Angriffe wurden jedoch nicht eingestellt. Israel verbleibt auch mit Truppen im Südlibanon. Die Hisbollah lehnt Verhandlungen mit Israel ab./arj/DP/stk
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