, dpa-AFX

Aktien Frankfurt: Erholung schreitet voran - Trump schiebt Iran-Angriff auf

Der Dax nimmt am Dienstag seinen Schwung vom Vortag weiter mit. Gut an kam bei den Anlegern, dass US-Präsident Donald Trump einen angeblich geplanten Angriff auf den Iran vertagt hat. Schon am Montag hatte sich im Verlauf Hoffnung auf eine Annäherung in den Verhandlungen breit gemacht, nachdem der Leitindex unter der Last hoher Ölpreise zunächst abgetaucht war.

Zur Mittagszeit bewegte sich der Dax am Dienstag 1,1 Prozent höher bei 24.586 Punkten. Am Vormittag hatte er sich mit fast 24.664 Punkten noch etwas deutlicher der 25.000-Punkte-Marke genähert, die vor knapp zwei Wochen letztmals angetestet worden war. Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten legte am Mittag um 1,3 Prozent auf 31.855 Punkte zu. Auf europäischer Bühne stieg der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx um zuletzt 0,6 Prozent.

Am Vorabend ließ Trump verlauten, dass er einen angeblich für diesen Dienstag geplanten Angriff auf den Iran vorerst abgesagt habe. Mehrere Golfstaaten hätten ihn darum gebeten, den Angriff um wenige Tage zu verschieben. Es liefen "ernsthafte Verhandlungen" mit Teheran, schrieb der US-Präsident auf der Plattform Truth Social. Allerdings haben mehrere Golfstaaten-Vertreter dem "Wall Street Journal" zufolge erklärt, ihnen sei der vom US-Präsidenten erwähnte angebliche Plan für einen Angriff auf den Iran nicht bekannt.

"Dass dieser Konflikt heute nicht durch einen neuen Militärschlag eskaliert, ist ganz klar positiv zu bewerten", kommentierte der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Auch die Ölpreise kamen wieder etwas von ihrem hohen Niveau zurück. Ob es hinter den Kulissen tatsächlich Annäherungen zwischen den USA und dem Iran gebe, darüber kann aber laut Altmann nur spekuliert werden.

Am Dienstag waren Werte gefragt, die zuletzt abgestoßen wurden, darunter neben Rüstungs- auch viele Softwareaktien. Aus dem Rüstungsbereich setzten die Rheinmetall -Aktien ihre jüngste Erholung mit einem Anstieg um mehr als vier Prozent fort. Aus dem Softwarebereich verbuchten die Titel von SAP , Nemetschek und Atoss Software Gewinne zwischen 5,9 und 12 Prozent.

Umgekehrt gab es Gewinnmitnahmen bei einigen Werten aus den Bereichen Halbleiter, Chemie und Solartechnologie, die zuletzt von einer Rally geprägt waren. Beim Chipkonzern Infineon machte sich dies mit einem Abschlag von 2,2 Prozent bemerkbar. Titel von SMA Solar büßten fast acht Prozent ein, nachdem sich der Kurs 2026 zuletzt verdoppelt hatte.

Mit den finalen Zahlen der Hornbach Holding gab es einen Nachzügler der Berichtssaison. Der Baumarktkonzern gab wegen anhaltenden Kostendrucks einen verhaltenen Ausblick ab. Dieser wurde begleitet von ermutigenden Aussagen zum Start in die Frühjahrssaison. Lag der erste Kurs noch knapp im Minus, konnten die Aktien zuletzt 0,4 Prozent zulegen.

Im MDax gehörten Aixtron und Knorr-Bremse mit bis zu 4,2 Prozent zum Gewinnerkreis. Bei dem Halbleiterausrüster Aixtron half ein Auftrag des US-Unternehmens Lumentum, während Knorr-Bremse von einer Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup profitieren.

Mächtig unter Druck gerieten dagegen die Titel von Ottobock , da der Prothesenhersteller just am Tag der Hauptversammlung vom Leerverkäufer Grizzly Research mit einem negativen Report konfrontiert wird. Der Kurs des Prothesenherstellers litt darunter mit zuletzt knapp zehn Prozent Minus./tih/jha/

 ISIN  DE0008469008  DE0008467416  DE0009653386

AXC0145 2026-05-19/12:16

Relevante Links: SAP SE, HORNBACH Holding AG & Co. KGaA, Nemetschek SE, Aixtron SE, SMA Solar Technology AG, Ottobock SE & Co. KGaA, Knorr-Bremse AG, Atoss Software SE, Infineon Technologies AG, Rheinmetall AG

Copyright dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von dpa-AFX ist nicht gestattet.