Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Kursgewinnen / Fokus auf Iran-Krieg
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Montagnachmittag mit Kursgewinnen gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 4 Basispunkte auf 3,39 Prozent gefallen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 25 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future stieg um 0,37 Prozent auf 124,39 Punkte.
Die Märkte reagierten erneut auf Nachrichten im Iran-Krieg. Demnach gibt es Spekulationen auf eine Annäherung zwischen dem Iran und den USA. Ein iranisches Medienunternehmen berichtete, die Vereinigten Staaten hätten eine vorübergehende Aussetzung der Sanktionen gegen das iranische Öl vorgeschlagen. Dies war eine zentrale Forderung Teherans für die Zustimmung zu einem Friedensabkommen und die Wiederöffnung der Straße von Hormuz.
Zuvor hatte der starke Zinsanstieg für europäische Staatsanleihen die Europäische Zentralbank (EZB) umgetrieben. "Ich mache mir immer Sorgen, das ist mein Job", sagte dazu EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei ihrer Ankunft zu einem Treffen der G7-Finanzminister in Paris. Die Notenbanken könnten "deutlich mehr" tun, um die Finanzmärkte zu beruhigen und sie zu stützen, so der deutsche Bundesbank-Präsident Joachim Nagel. Auslöser für den Zinsanstieg waren Inflationsängste, die durch den anhaltenden Nahost-Konflikt und steigende Ölpreise geschürt wurden. Viele Euro-Staaten sind hoch verschuldet. Steigende Marktzinsen deuten darauf hin, dass sich die Kosten für neue Schulden deutlich erhöhen und damit den staatlichen Spielraum für Ausgaben einschränken könnten.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,68 2,73 -0,05 -2 5 Jahre 2,94 3,00 -0,06 10 10 Jahre 3,39 3,42 -0,03 25 30 Jahre 3,95 3,96 -0,01 28
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