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Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert 0,6 Prozent / Pakistan übermittelt offenbar überarbeiteten Vorschlag des Iran an USA - Bauwerte am unteren ATX-Ende

Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Montag zu Mittag weiter mit Verlusten gezeigt. Der heimische Leitindex ATX notierte gegen 12.30 Uhr mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 5.827,24 Punkten. Der ATX Prime sank um 0,5 Prozent auf 2.882,36 Zähler. Die wichtigsten europäischen Börsen präsentierten sich uneinheitlich, zumeist aber mit Abschlägen. Weiterhin prägt die undurchsichtige Lage am Persischen Golf die Stimmung an den Märkten.

Pakistan hat den USA angeblich einen überarbeiteten Vorschlag des Iran zur Beendigung des Krieges übermittelt. Das sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person aus pakistanischen Vermittlerkreisen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters vor dem Hintergrund der stockenden Friedensgespräche. "Wir haben nicht viel Zeit", sagte der Insider auf die Frage zu den Möglichkeiten, die bestehenden Differenzen zu überwinden. Beide Seiten würden ihre Bedingungen zudem immer wieder ändern.

Das iranische Außenministerium bestätigte die Übermittlung des neuen Vorschlags. Wie am Vortag angekündigt, seien Teherans "Bedenken" der Gegenseite übermittelt worden, sagte Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei. Weiter sagte er, die Gespräche würden "über den pakistanischen Vermittler fortgesetzt". Details nannte er zunächst nicht. Iranische Medien hatten zuvor von "überzogenen Bedingungen" der USA berichtet.

In Österreich ist es unternehmensseitig ruhig. Analysten der Erste Group Research haben heute nach den Quartalszahlen von Wienerberger das Kursziel für die Papiere des Ziegelkonzerns von 36,60 Euro auf 34,70 Euro gesenkt, was den niedrigeren Gewinnschätzungen Rechnung trage, hieß es dazu. Die Empfehlung "Buy" wird beibehalten, da Wienerberger mit einem erheblichen Abschlag gegenüber der Konkurrenz gehandelt werde und die zyklusübergreifenden Kennzahlen weder das strukturell verbesserte, weniger konjunkturabhängige und margenstärkere Portfolio noch die starke Cash-Generierung widerspiegelten. Zu Mittag sank die Wienerberger-Aktie um 2,06 Prozent auf 21,88 Euro.

Analysten von Warburg Research hielten ihr Kursziel für die Aktien der heimischen Semperit weiter auf 22,00 Euro. Die Kaufempfehlung "Buy" wurde vom zuständigen Experten Stefan Augustin ebenfalls bestätigt, der "das starke Ergebnis des ersten Quartals als Puffer" betrachtet. Die Aktien notierten zu Mittag mit einem Plus von 0,33 Prozent bei 15,05 Euro.

Die Polytec-Aktien fielen um 3,74 Prozent auf 4,38 Euro. Die Analysten der Baader Bank passten ihre Gewinnschätzungen für die heimische Polytec an. Die Anlageempfehlung lautet auf "Reduce", das 6-Monats-Kursziel wird von Analyst Martin Schnee mit 4,89 Euro beziffert.

Der Öl- und Gaskonzern OMV begann am Montag im niederösterreichischen Wittau offiziell mit der Förderung von Erdgas. Das Vorkommen gilt mit geschätzten 48 Terawattstunden (TWh) als das bedeutendste des Landes seit vier Jahrzehnten. Das Projekt soll die heimische Gasproduktion stärken und in der ersten Phase den Bedarf von rund 100.000 Haushalten decken und die Eigenversorgung mit Erdgas in Österreich von 6 auf 10 Prozent steigern. Trotzdem gab die OMV-Aktie um 0,08 Prozent auf 62,90 Euro nach.

An der ATX-Spitze lagen die Werte des Chip-Zulieferers AT&S mit einem Plus von 3,19 Prozent. Am unteren Ende fanden sich hingegen die Bauwerte wieder.

Die Strabag notierte mit einem Minus von 3,09 Prozent. Der russische Strabag-Aktionär Rasperia Trading Limited, dessen Aktionärsrechte sanktionsbedingt eingefroren sind, hat Anfang Mai in Kaliningrad eine weitere Zivilklage gegen den Baukonzern und sein Umfeld eingebracht. Rasperia fordert laut russischem Gerichtsregister eine Summe von etwa 31 Mio. Euro. Geklagt wurden unter anderem die Strabag SE, vier Töchter oder Beteiligungen des Baukonzerns, die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien und Hans Peter Haselsteiner als Strabag-Aktionäre.

Ebenfalls mit einem klaren Minus starteten die Aktien von Palfinger (-3,16 Prozent) und Porr (-2,49 Prozent) in die neue Handelswoche.

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