ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Rückschlag geht weiter - Anziehende Ölpreise
Der Dax knüpft zu Wochenbeginn
wegen der angespannten Nahost-Lage an seine Freitagsschwäche an. Der
deutsche Leitindex verlor gegen Ende der ersten Handelsstunde ein
halbes Prozent auf 23.829 Punkte. Damit nähert er sich einer
Unterstützungszone, die der Charttechniker Martin Utschneider vom
Broker Robomarkets bei 23.675 Punkten sieht. Indikationen hatten in
der Nacht zeitweise sogar darunter gelegen.
Wieder einmal belasten anziehende Ölpreise das Stimmungsbild. Als
Grund gelten wieder schärfere Töne zwischen dem Iran und den
Vereinigten Staaten. "Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten
sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig
bleiben", schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth
Social. Der US-Verbündete Israel stellt sich bereits auf einen
möglichen Neubeginn der gemeinsamen Angriffe im Iran ein.
Belastend sind auch die Vorgaben, denn die Nahost-Sorgen prägten in
Asien das Geschehen negativ. In den USA hatte die jüngste KI-Rally
am Freitag eine Auszeit genommen, die Indizes hatten dort unterhalb
ihres Standes zum europäischen Handelsschluss geschlossen.
Der MDax der mittelgroßen Werte sank am Montag noch
etwas stärker als der Dax um 1,17 Prozent auf 30.997 Punkte. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx bewegte sich 0,9
Prozent tiefer bei 5.773 Zählern.
Mit einem Erholungsversuch um mehr als ein Prozent machte
Rheinmetall verhalten auf sich aufmerksam. Den
Anstoss dazu gab eine Kaufempfehlung der Citigroup, die den
Rücksetzer bei dem Rüstungskonzern für übertrieben hält. Ein
Friedensabkommen im Krieg zwischen der Ukraine und Russland bleibt
mit gegenseitigen Angriffen außer Sichtweite. Bedenken an der
Finanzierung steigender Verteidigungsausgaben hat der Experte
Charles Armitage zumindest nicht in Deutschland.
Im MDax setzte sich Sartorius mit 2,1 Prozent Plus an
die Spitze. Für Gesprächsstoff sorgte hier ein Bericht im "Wall
Street Journal" über den Einstieg des Investors Elliott beim
Sartorius-Großaktionär Bio-Rad. Bei diesem will Elliott dem Bericht
zufolge auf eine bessere Kursentwicklung hinwirken. Auch bei
Sartorius verläuft das Börsenjahr mit einem Abschlag von aktuell
immer noch 15 Prozent bislang unbefriedigend. Elliott selbst ist
ebenfalls bei Sartorius im Boot.
Kursverluste gab es auch bei der Lufthansa , die neben
den anziehenden Ölpreisen auch von Ryanair bedingt
waren. Der Billigflieger traut sich in Zeiten des Iran-Kriegs wegen
der hohen Unsicherheiten keine Gewinnprognose für das laufende Jahr
zu. Ein Medienbericht, wonach die Holding des Logistik-Milliardärs
Klaus-Michael Kühne eine weitere Aufstockung der Lufthansa-Anteile
erwägt, konnte dem Kurs nicht helfen. Ein Händler sah darin keine
Überraschung./tih/stk