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Aktien Wien Schluss: ATX gewinnt etwas mehr als ein halbes Prozent

Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Mittwoch nach den deutlichen Vortagesrückgängen mit Kursgewinnen aus dem Handel verabschiedet. Der österreichische Leitindex ATX legte zum Sitzungsende 0,64 Prozent auf 5.886,54 Punkte zu, nachdem er am Dienstag 1,47 Prozent eingebüßt hatte. Auch an den europäischen Leitbörsen ging es nach den starken Vortagesabschlägen überwiegend zur Wochenmitte nach oben.

Nachlassende Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Nahost-Konflikts hatten die Ölpreise am Vortag klar ansteigen lassen und die Stimmung der Anleger getrübt. Am Berichtstag zeigten sich die Rohölnotierungen nun stabil. Der Iran-Konflikt ist aber weiterhin ungelöst und die Lage in der Straße von Hormus undurchsichtig, schrieben die Helaba-Analysten. Noch hält der Waffenstillstand, die Rhetorik der Konfliktparteien verschärft sich aber. In diesem Zusammenhang sei auf den gestarteten Besuch von US-Präsident Trump in China zu verweisen. Die USA fordern China dazu auf, eine größere Rolle bei den Friedensverhandlungen zu spielen, hieß es weiter von den Experten.

Am Wiener Markt nahm auf Unternehmensebene die Berichtssaison merklich an Fahrt auf. Zahlen legten Addiko Bank, Bajaj Mobility, Polytec, Semperit, Wienerberger und der Verbund vor.

Die Trockenheit und die damit verbundene schwache Wasserführung haben dem teilstaatlichen Stromkonzern Verbund im ersten Quartal einen Ergebniseinbruch beschert. Der Gewinn sackte um 32 Prozent auf 270 Millionen Euro ab, beim Umsatz ergab sich ein Minus von 15,5 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Zusätzlich negativ auf das Ergebnis wirkte ein niedrigerer durchschnittlicher Absatzpreis im Stromverkauf. Die Verbund-Aktie reagierte auf die Zahlenvorlage mit plus 1,2 Prozent. Laut Barclays lagen die Zahlen über den Erwartungen. Positiv hoben zudem die Analysten der Erste Group hervor, dass der Verbund den Gesamtjahresausblick nach oben revidiert hat.

Der Baustoffriese Wienerberger hat im ersten Quartal 30 Millionen Euro Verlust eingefahren, wie der weltgrößte Ziegelhersteller bekannt gab. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war noch ein Gewinn nach Steuern von 5 Millionen Euro erzielt worden. Der Umsatz sank um 7 Prozent auf knapp über 1 Milliarden Euro. Wienerberger-Aktien bauten um 4,4 Prozent ab. Laut Erste Group lieferte das Unternehmen einen schwachen Auftakt in das Jahr 2026.

Der Motorradhersteller Bajaj Mobility, früher Pierer Mobility, hat im ersten Quartal deutlich mehr Umsatz gemacht und den Verlust klar eingegrenzt. Unterm Strich stand ein Minus von 35,1 Millionen Euro, nach einem Verlust von 108,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte derweil um 70,2 Prozent auf 331,3 Millionen Euro zu, wie die KTM-Mutter mitteilte. Die Bajaj-Titel zogen um 7,3 Prozent an.

Der oberösterreichische Autozulieferer Polytec hat in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2026 bei einem deutlich geringeren Umsatz ein höheres Ergebnis erzielt. Das Ergebnis nach Steuern kletterte auf 2,5 Millionen Euro, nach 1,0 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Grund für den Umsatzrückgang um 20,8 Prozent auf 143,7 Millionen Euro war vor allem der Verkauf des operativen Geschäfts im Vereinigten Königreich Ende 2025. Bei Polytec gab es ein Plus von 2,3 Prozent zu sehen.

Der in Wien ansässige Gummi- und Kautschukkonzern Semperit hat im ersten Quartal 2026 wieder deutlich in die Gewinnzone zurückgefunden. Nach einem Verlust drehte das Ergebnis nach Steuern mit 8,9 Millionen Euro ins Plus. Auch beim Umsatz und dem operativen Ergebnis (Ebitda) verzeichnete das Traditionsunternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres kräftige Zuwächse. Semperit-Anteilsscheine schlossen unverändert.

Die auf das Geschäft in Zentral- und Osteuropa spezialisierte Addiko Bank hat im ersten Quartal 2026 weniger Gewinn gemacht. Sondereffekte belasteten das operative Ergebnis, beim Neugeschäft gab es dagegen ein Wachstum von 6,1 Prozent.

Im Übernahmewettbewerb um die Addiko Bank hat die Raiffeisen Bank International (RBI) heute ihr Angebot für das auf Zentral- und Osteuropa spezialisierte Institut nach oben geschraubt. Geboten werden nun 26,50 Euro je Aktie, das Erstangebot lautete noch auf 23,05 Euro je Anteilsschein. Konkurrenz kommt von der slowenischen Nova Ljubljanska Banka (NLB), die ebenfalls an der Addiko interessiert ist und 29,0 Euro je Aktie bietet. Die Addiko-Aktie tendierte zuletzt bei 29 Euro und wurde heute nicht gehandelt./ste/sto/APA/men

 ISIN  AT0000999982

AXC0417 2026-05-13/18:07

Relevante Links: Wienerberger AG, Raiffeisen Bank International AG

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