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Aktien Frankfurt: Dax leidet unter festgefahrener Situation im Iran-Krieg

Die Stabilisierung zum Wochenauftakt hat dem Dax auf seiner Talfahrt nicht stoppen können. Am Dienstag ging es weiter abwärts in Richtung der 24.000-Punkte-Marke. Die seit fast fünf Wochen dauernde Waffenruhe im Iran-Krieg hängt laut US-Präsident Donald Trump inzwischen nur noch an einem seidenen Faden.

Am Nachmittag büßte der deutsche Leitindex 1,2 Prozent auf 24.055 Punkte ein und sackte damit fast wieder auf das kurz nach dem Handelsstart erreichte bisherige Tagestief. In der vergangenen Woche noch hatte Zuversicht über eine Einigung zwischen den USA und dem Iran den Dax mit etwas über 25.150 Punkten auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn getrieben.

Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, sank am Dienstagnachmittag zugleich um 0,6 Prozent auf 31.260 Zähler. Im restlichen Europa wurden ebenfalls Verluste verbucht und in den USA deutet sich ein schwächerer Handelsstart an.

Die Situation im Iran-Krieg scheint festgefahren. "Die Hoffnungen ruhen jetzt darauf, dass China als erfolgreicher Vermittler zwischen den Kriegsparteien agieren wird", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Trump wird China in Kürze besuchen. Dabei soll es zwar hauptsächlich um die Beilegung des Handelsstreits der zwei weltweit größten Volkswirtschaften gehen, am Markt erhofft man sich aber auch positive Impulse in Sachen Iran-Krieg.

Von Seiten der Unternehmen hierzulande läuft die zu Ende gehende Berichtssaison auf Hochtouren. Aus dem Dax standen vier Konzerne im Blick sowie zahlreiche weitere aus MDax und SDax .

Die Bayer -Aktie war einer der Lichtblicke im Dax mit plus 3,8 Prozent. Gute Geschäfte rund um Soja- und Maissaatgut sowie das laufende Sparprogramm verhalfen zu einem überraschend starken Jahresstart. Scout24 nahmen am Nachmittag die Spitze ein mit plus 5,0 Prozent und profitierten von Aussagen zur nächsten Wachstumsstufe mit KI-Hilfe.

Das Papier der Munich Re indes war größter Verlierer mit minus 6,9 Prozent. Am Markt wurde auf den im Vergleich zur durchschnittlichen Analystenschätzung leicht verfehlten Nettogewinn verwiesen. Auch sei das operative Ergebnis des Rückversicherers schwächer als erwartet ausgefallen.

Unter Gewinnmitnahmen nach einem bisher sehr starken Lauf in diesem Jahr litt der Anteilsschein von Siemens Energy mit minus 2,8 Prozent. Der Energietechnikkonzern will nach einem guten zweiten Geschäftsquartal noch in diesem Geschäftsjahr weitere Mittel an seine Aktionäre fließen lassen, wie er anlässlich der Veröffentlichung endgültiger Zahlen mitteilte.

Unter den zahlreichen berichtenden Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe ragten im MDax vor allem Jenoptik mit einem Kursplus von knapp 10 Prozent heraus. Warburg-Analyst Malte Schaumann lobte die starken Aufträge des Technologiekonzerns im Halbleitergeschäft. Salzgitter stiegen nach detaillierten Zahlen um 9,3 Prozent und Ionos profitierten von starken Nettoneukundenzahlen und Aussagen zum KI-Geschäft und gewannen 8,1 Prozent.

Im SDax hatten Carl Zeiss Meditec die Nase vorn mit plus 10,6 Prozent. Am Markt wurde vor allem die Profitabilität des Medizintechnikunternehmens gelobt. Elmos mit minus 8,3 Prozent und Medios mit minus 12,3 Prozent waren zugleich die größten Index-Verlierer. Chiphersteller Elmos gab eine umfangreiche Aktienplatzierung durch zwei Großaktionäre bekannt. Das Spezialpharma-Unternehmen Medios bekam im insgesamt wachsendem Geschäft des ersten Quartals Preisrückgänge bei diversen Produkten zu spüren sowie steigende Kosten bei Logistik und Energie./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  DE0008467416  DE0009653386

AXC0308 2026-05-12/14:58

Relevante Links: Scout24 SE, Münchener Rückversicherungs-Ges. AG (Munich Re), Bayer AG, Medios AG, Salzgitter AG, Elmos Semiconductor SE, Jenoptik AG, Siemens Energy AG, Carl Zeiss Meditec AG, Ionos Group SE

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