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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX verliert 0,7 Prozent / Trump bezeichnet Irans Pläne als "Müll" - Iran droht Anreicherung seines Urans auf waffentauglichen Reinheitsgrad - Agrana mit Abgaben nach Bekanntgabe eines Jahresverlusts

Der Wiener Aktienmarkt tendierte am Nachmittag mit Abschlägen. Der heimische Leitindex ATX gab 0,73 Prozent auf 5.893,17 Einheiten nach. Der breitere ATX prime verlor 0,78 Prozent auf 2.912,56 Zähler. An den europäischen Leitbörsen zeigte sich ein ähnliches Bild. Wie zu erwarten drückt die Verunstimmung zwischen den USA und dem Iran auf die Märkte. Eine Abwärtsspirale mit steigenden Ölpreisen droht.

Die Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran haben am Dienstag erneut einen herben Dämpfer erlitten. Der Ton wird schärfer. US-Präsident Donald Trump wies die jüngsten Forderungen aus Teheran als "Müll" zurück und warnte, die seit Anfang April geltende Waffenruhe werde nur noch künstlich am Leben gehalten. Der Iran drohte unterdessen mit einer Anreicherung seines Urans auf einen waffentauglichen Reinheitsgrad.

China wird derzeit zum Hoffnungsträger. Trump wird China nämlich in Kürze besuchen. Dabei soll es zwar hauptsächlich um die Beilegung des Handelsstreits der zwei weltweit größten Volkswirtschaften gehen, am Markt erhofft man sich aber auch positive Impulse in Sachen Iran-Krieg. China unterstützt den Iran, denn chinesische Raffinerien sind die wichtigsten Abnehmer von Erdöl aus dem Iran.

In Österreich rückte die Agrana mit den Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/26 in den Mittelpunkt. Der Agrarkonzern ist demnach in die Verlustzone gerutscht. Das Konzernergebnis belief sich auf minus 35,6 Mio. Euro, der Umsatz ging um 7,9 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro zurück. Das operative Ergebnis stieg um 6,2 Prozent auf 81,2 Mio. Euro, wie der Nahrungsmittel- und Industriegüterkonzern mitteilte. Die Dividende soll halbiert werden. Gestern gingen Agrana mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent noch als Topperformer im ATX prime aus dem Tag. Heute tendieren die Papiere bei minus 0,8 Prozent.

Die Aktien des Luftfahrtzulieferers FACC bauten nach einem Start im Minusbereich mittlerweile 1,18 Prozent auf 13,70 Euro auf. Die Erste Group hat ihr Kursziel für FACC von 15,0 Euro auf 18,7 Euro hinaufgesetzt. Die Empfehlung "Buy" wurde beibehalten. Aufgrund der starken Ergebnisse des ersten Quartals bekräftigte das Unternehmen seine Prognose, die für das Geschäftsjahr 2026 ein Umsatzwachstum von 5 bis 15 Prozent sowie eine weitere Verbesserung der betrieblichen Effizienz vorsieht, schreiben die Erste Group-Experten in der aktuellen Studie.

Am obersten Ende des ATX prime standen Strabag mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent. Die schwergewichteten OMV lagen bei plus 1,6 Prozent. Damit folgen die Aktien dem europäischen Trend. Der Stoxx Europe 600 Oil&Gas ist heute mit einem Zuwachs von 0,3 Prozent zweitstärkster Sektor in Europa und profitiert von den hohen Ölpreisen.

Am anderen Ende des ATX prime findet sich Frequentis. Die Aktien des Technologieunternehmens verloren massive 15,1 Prozent.

moe/spa

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