Wiener Aktienmarkt vorbörslich tiefer erwartet / ATX mit minus 0,58 Prozent indiziert - Erneut Spannungen im Iran-Krieg
Der Wiener Aktienmarkt dürfte seinen Abwärtstrend von Freitag in der neuen Handelswoche fortsetzen. Am Montag zeigten Bankenindikationen den ATX rund 30 Minuten vor Handelsbeginn um 0,58 Prozent tiefer. Auch das europäische Umfeld wird größtenteils mit Verlusten erwartet. Am Donnerstag war der heimische Leitindex erstmals über die Marke von 6.000 Punkten geklettert, konnte dieses Niveau jedoch nicht behaupten. Die Spannungen im Iran-Krieg nahmen zuletzt wieder zu.
Ein US-Vorschlag für ein Ende des Iran-Krieges wurde von der Führung in Teheran zurückgewiesen. Der Plan wurde von iranischen Staatsmedien wie eine Aufforderung zur Kapitulation Teherans aufgenommen. Dagegen betone der vom Iran vorgelegte Plan ein Ende des Krieges an allen Fronten sowie die Notwendigkeit, dass die USA Kriegsreparationen zahlen müssten, kommentierte unter anderem der regierungstreue Sender Press TV. Eine Annahme des Vorschlags hätte die Unterwerfung unter die "überzogenen Forderungen" von US-Präsident Donald Trump bedeutet.
Trump hatte die iranische Antwort auf das jüngste Angebot der US-Regierung als "völlig inakzeptabel" bezeichnet. Dem Nachrichtenportal "Axios" sagte er, er werde Irans unangemessene Replik zurückweisen. "Ich mag ihre Antwort nicht", sagte Trump, ohne auf den Inhalt des Briefes einzugehen. Er ließ offen, ob er die Verhandlungen fortsetzen will. Der Iran forderte laut Staatsmedien auch die volle Souveränität über die Straße von Hormuz sowie ein Ende der Sanktionen gegen das Land und die Freigabe beschlagnahmter iranischer Vermögenswerte.
Die Ölpreise zogen in einer Reaktion auf die weiteren Spannungen erneut an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli stieg im frühen Handel um etwas mehr als vier Prozent auf 105,76 Dollar (89,92 Euro).
Unsicherheiten und erhöhte Energiepreise sorgen laut Helaba-Analysten unter anderem für schwache Stimmungsindikatoren. Am Dienstag steht in Deutschland die ZEW-Umfrage auf dem Programm. Hier liefert das sentix-Investorenvertrauen eine negative Indikation. Während es in anderen Regionen der Welt zu Verbesserungen gekommen ist, haben sich die Erwartungs- und Lagebeurteilungen in Deutschland erneut abgeschwächt. Auch in den USA steht mit dem Empire-State-Index (Freitag) eine erste Stimmungsumfrage des laufenden Monats auf dem Programm. Für Aufmerksamkeit sorgen zunächst aber die US-Inflationszahlen am Dienstag. Am Freitag läuft die Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell aus. Ihm soll Kevin Warsh folgen.
Unternehmensseitig ist am Montag wenig zu erwarten. Erst am Mittwoch veröffentlichen etwa Addiko, Semperit, Verbund und Wienerberger ihre Quartalsergebnisse.
Am Freitag hatte der ATX um 0,97 Prozent schwächer bei 5.883,65 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Freitag:
Flughafen Wien +0,81% 50,00 Euro Vienna Insurance Group +0,75% 67,00 Euro Agrana +0,43% 11,80 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Freitag:
Zumtobel -4,75% 3,61 Euro CA Immo -4,61% 24,85 Euro Frequentis -2,78% 80,30 Euro
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