Aktien Frankfurt: Schwach - Fragezeichen hinter Waffenruhe in Iran
Neue Kriegssorgen rund um den Iran belasten am
Freitag die deutsche Börse. Der Dax sank am
Nachmittag um 0,93 Prozent auf 24.434 Punkte und entfernte sich
damit von der Marke von 25.000 Zählern, die er zur Wochenmitte
erstmals seit Ausbruch des Iran-Kriegs zeitweise klar überschritten
hatte.
Der MDax mit den mittelgroßen Werten gab am Freitag
um 0,81 Prozent auf 31.304 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 verlor 0,8 Prozent.
Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird zurzeit auf die
Probe gestellt: Zwischen den Kriegsparteien war es in der
vergangenen Nacht wieder zu militärischen Spannungen gekommen. Die
USA hatten Ziele auf dem iranischen Festland angegriffen. Der Iran
hatte US-Militärschiffe mit Raketen und Schnellbooten attackiert.
Beide Seiten widersprechen sich bei der Reihenfolge der jeweiligen
Angriffe. Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht wachsende
Risiken für den jüngst KI-getriebenen und zunehmend sorglosen Markt,
wenn der Iran-Konflikt ungelöst bleibe.
Die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts ließ die Anleger am
Nachmittag eher kalt. Die Beschäftigtenzahl in den Vereinigten
Staaten stieg im April stärker als erwartet. Der Lohnzuwachs fiel
etwas geringer aus als angenommen.
In der Berichtssaison ging es nach einigen heißen Tagen am Freitag
gemächlicher zu. Quartalszahlen veröffentlichte die Commerzbank
, die zurzeit vor allem wegen der Übernahmeofferte der
italienischen Unicredit im Fokus steht. Das
Frankfurter Institut hob seine Prognosen an. Die im Dax notierten
Anteile gaben dennoch um 2,5 Prozent nach. Die Analysten der
kanadischen Bank RBC sprachen von ambitionierten Zielen.
Aus dem MDax berichteten der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones
, der IT-Dienstleister Bechtle und der
Chemiekonzern Evonik über das abgelaufene Quartal.
Bechtle gewannen zuletzt nur noch 1 Prozent nach anfangs stärkerem
Zuwachs. Das Analysehaus Jefferies lobte den guten Jahresstart mit
starker Nachfrage der öffentlichen Hand in Deutschland. Evonik
legten um 2,8 Prozent zu. Krones gaben um 0,9 Prozent nach.
Rheinmetall verloren nach dem Kursrutsch am Vortag
7,8 Prozent. Der seit Januar intakte Abwärtstrend setzt sich damit
fort. Analyst David Perry von JPMorgan, der bei Rheinmetall bislang
Kursrücksetzer stets als Kaufgelegenheit sah, kappte nun sein
Kursziel von 2.130 auf 1.500 Euro und stufte die Papiere von
"Overweight" auf "Neutral" ab.
Unbeirrt auf Rallykurs befinden sich die Aktien des Waferherstellers
Siltronic , die am Freitag rund 5 Prozent gewannen.
Vom KI-Boom voll erfasst, haben sie sich seit Anfang April fast
verdoppelt./ajx/he