Aktien New York Ausblick: Gewinne erwartet an US-Börsen - Jobdaten im Blick
Im internationalen Kontext fallen die
US-Aktienmärkte am Freitag mit positiven Indikationen auf. Während
die Börsen in Europa mit Abschlägen darauf reagierten, dass
Zusammenstöße zwischen den USA und dem Iran die Bemühungen um ein
Kriegsende zu untergraben drohen, zeichnen sich in New York
unmittelbar vor dem anstehenden Arbeitsmarktbericht Gewinne ab.
Neben dem konjunkturellen Aspekt könne dieser den Anlegern auch neue
Eindrücke für die Geldpolitik vermitteln.
Mit Rückenwind der KI-Fantasie fehlt dem S&P 500 und
den Nasdaq-Leitindizes nicht viel, um ihre Rekordrally fortzusetzen:
Besonders deutlich legte eineinhalb Stunden vor dem Auftakt der
technologielastige Nasdaq 100 zu, der vom Broker IG
0,8 Prozent höher auf 28.787 Punkte taxiert wurde. Für eine
Bestmarke müsste er über 28.825 Zähler steigen, während 7.385 Zähler
im S&P 500 notwendig sind.
Der Dow Jones Industrial läuft seiner Bestmarke vom
Februar aber immer noch hinterher. Der stärker auf Standardwerte
fokussierte Leitindex der Wall Street wird 0,4 Prozent höher auf
49.775 Punkte taxiert. Er müsste für einen Rekord aber knapp 50.513
Punkte erreichen. Im Wochenverlauf steigert er sein Plus damit auf
ein halbes Prozent. Mit den fast vier Prozent des Nasdaq 100 kann er
bei weitem nicht mithalten.
Das Thema im Iran-Krieg ist am Freitag die wieder wackelnde
Waffenruhe. Nach iranischen Attacken auf drei US-Zerstörer in der
Straße von Hormus hat das US-Militär als Vergeltung Ziele in der
Islamischen Republik angegriffen. Das iranische Militär warf dann
den USA vor, die ohnehin fragile Waffenruhe verletzt zu haben. Kurz
darauf meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate die Abwehr neuer
iranischer Angriffe.
Anleger machen sich am Freitag aber dennoch weiter Hoffnung auf eine
Lösung des Konflikts und setzen wie zuletzt vor allem auf
US-Technologiewerte. Eckhard Schulte von MainSky Asset Management
sieht in diesen eine "Gewinnmaschine" getrieben von der weiter
gehenden "KI-Revolution". Während Halbleiter auf allen Ebenen knapp
seien, würden Software-Werte wegen möglicher KI-Störeinflüsse von
Anlegern gemieden.
Viele Aktien aus dem Chipsektor bleiben vor diesem Hintergrund
begehrt. Nachdem die Titel von Microchip Technology
in dieser Woche über 100 Dollar Rekordniveau erreichten, legten sie
vorbörslich nochmals 2,5 Prozent zu. Analyst James Schneider von der
US-Bank Goldman Sachs attestierte dem Halbleiterunternehmen starke
Quartalszahlen nebst Ausblick.
Besonders positiv auffällig waren die Aktien von Akamai Technologies
mit einem Kurssprung um 22 Prozent. Der
Cloud-Computing-Dienstleister hatte seine diesjährige
Gewinnzielspanne nach oben hin eingegrenzt. Außerdem wurde ein
Großauftrag im Bereich der Cloud-Infrastrukturen eingefädelt.
Schlechte Nachrichten kommen aus dem Software-Bereich von Cloudflare
und The Trade Desk , deren Kurse
vorbörslich im prozentual zweistelligen Bereich absackten. Das auf
Sicherheits-Dienste spezialisierte Unternehmen Cloudflare
enttäuschte mit dem Umsatzausblick und sorgte mit angekündigten
Stellenstreichungen für Aufmerksamkeit. Der Werbemarkt-Dienstleister
The Trade Desk enttäuschte auch mit Zahlen und Ausblick.
Ein Abschlag von mehr als sieben Prozent zeichnet sich darüber
hinaus bei Expedia ab. Analyst John Colantuoni von
Jefferies Research verwies auf eine enttäuschende Buchungsprognose
des Online-Reiseportals für das zweite Quartal. Richard Clarke von
Bernstein schrieb mit Blick auf bestätigte Jahresziele, dass diese
nach dem guten ersten Quartal eine schwächere zweite Jahreshälfte
implizierten./tih/jha/