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Wiener Börse (Mittag) - ATX fällt weiter von Rekordhoch ab / Nahost-Sorgen belasten - Österreichische Post nach Zahlen im Minus

Der Wiener Aktienmarkt hat am Freitag die Korrekturbewegung vom jüngsten Rekordhoch fortgesetzt. Im Fokus bleibt die fragile Lage im Nahen Osten, wo Hoffnungen auf einen baldigen Frieden zuletzt erneut der Ernüchterung gewichen sind. Vor diesem Hintergrund war die Kauflaune vor dem Wochenende gebremst.

Der ATX stand zu Mittag um 0,39 Prozent tiefer auf 5.918,00 Punkten. Am Donnerstag war der Leitindex erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 6.000 Punkten geklettert, bevor die Gewinne im Verlauf wieder abschmolzen. Auf Wochensicht deutet sich dennoch ein Gewinn von rund 2,1 Prozent an. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 0,39 Prozent auf 2.926,78 Zähler hinab. Klare Verluste wurden auch im europäischen Umfeld verzeichnet.

Die Ölpreise gaben anfängliche Gewinne zuletzt wieder ab, wobei die brüchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran im Fokus bleibt. Nach iranischen Attacken auf drei US-Zerstörer in der Straße von Hormuz griff das US-Militär als Vergeltung Ziele in der Islamischen Republik an. Trotz dieser Rückschläge würden die Marktakteure darauf hoffen, dass die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien fortgesetzt werden, hieß es. Washington wartet derzeit auf eine Antwort Teherans auf einen US-Vorschlag zur formellen Beendigung des Krieges.

Zur Zurückhaltung am Markt dürfte auch der monatliche US-Arbeitsmarktbericht sorgen, der am Nachmittag zur Veröffentlichung ansteht. Dieser spielt eine herausragende Rolle für die US-Notenbank Fed bei ihren Zinsentscheidungen. Zuvor hatten bereits Daten aus der deutschen Industrie enttäuscht. Trotz der zuletzt starken Auftragslage ging die Produktion überraschend zurück.

Die Entwicklung der Einzelwerte spiegelte in etwa die hohen Energiepreise und die damit einhergehenden Konjunktursorgen wider, wobei die Kursveränderungen weitgehend moderat ausfielen. Größte ATX-Gewinner waren die Titel des Ölfeldausrüsters SBO, die 0,8 Prozent zulegten. Schwächer tendierten hingegen einige Papiere aus der Baubranche und der Industrie.

Aktien der Österreichischen Post büßten 0,7 Prozent ein. Der Logistiker hatte im ersten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht gesteigert, aber deutliche Gewinneinbußen hinnehmen müssen. Der Ausblick blieb unverändert. Da das Unternehmen bereits ein schwaches Erstquartal angedeutet habe, sollten die heutigen Ergebnisse nicht übermäßig überraschen, so Erste-Analyst Christoph Schultes.

Lenzing fielen um 0,2 Prozent auf 24,00 Euro. Sowohl die Deutsche Bank als auch Berenberg blieben nach den am Donnerstag vorgelegten Quartalszahlen bei ihren Halteempfehlungen. Während erstere auch ihr Kursziel bei 21,00 Euro beließen, hob Berenberg dieses von 22,50 auf 24,00 Euro an. Die Analysten beider Banken sehen die weiterhin schwache Fasernachfrage sowie die hohe Verschuldung als bremsende Faktoren bei der Erholung des Faserherstellers.

spa/rst

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