Merz sieht Ungeduld als seine vielleicht größte Schwäche
Friedrich Merz sieht die eigene Ungeduld in seinen ersten zwölf Monaten als Bundeskanzler als seine vielleicht größte Schwäche an. Merz wurde im ZDF-Interview der Sendung "Was nun, Herr Merz?" um Ergänzung des Satzes "Mein größer Fehler im ersten Amtsjahr war ..." gebeten. Seine Antwort: "...vielleicht zu ungeduldig zu sein".
Merz sieht Verhältnis zu Trump nicht ramponiert
Um die Kommunikation ging es auch bei seinem Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump, der Merz zuletzt verärgert dazu aufgefordert hatte, er müsse sein "kaputtes Land" endlich in Ordnung bringen. Auf die Frage, ob das Verhältnis ramponiert sei, sagte der Bundeskanzler: "Das sehe ich nicht so, wir haben einen Dissens, aber damit kann ich leben."
Auslöser für Trumps Attacke war wohl eine Äußerung von Merz zum Vorgehen der USA gegen den Iran gewesen: "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung", hatte Merz vor Schülern gesagt. Nun meinte der Kanzler, es gehe ihm nicht darum, Trump zu beschwichtigen. "Ich bemühe mich unverändert um ein gutes transatlantisches Verhältnis, auch wenn wir in der Sache unterschiedlicher Meinung sind."
"Ich verstehe die Kritik"
In einem anderen Fall räumte Merz ein, er könne Kritik an sich verstehen. Dabei ging es um Merz' Antwort auf die Äußerungen einer nach eigenen Angaben krebskranken Frau in einem Bürgerdialog. Nachdem die Frau von einer Erhöhung der Besoldung des Bundeskanzlers im Gegensatz zu Sparmaßnahmen bei den Bürgern gesprochen hatte, stellte Merz fest, dass "zu keinem Zeitpunkt" eine Anhebung der Bezüge der Mitglieder der Bundesregierung erwogen worden sei.
Nun schilderte Merz auf eine entsprechende Frage seine Sicht auf die Situation: Er sei die Frau nicht scharf angegangen, "sondern ich habe ihr widersprochen in einer Behauptung, die sie aufgestellt hat, die einfach falsch war". Er habe sich die Aufzeichnung aber noch einmal angesehen und könne die Kritik verstehen./bw/DP/jha
AXC0301 2026-05-06/16:26