Umfrage: 55 Prozent rechnen mit vorzeitigem Koalitionsende
Nach einem Jahr schwarz-rote Bundesregierung rechnet die Mehrheit der Menschen in Deutschland damit, dass das Bündnis von Union und SPD vorzeitig zerbricht. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sagen 55 Prozent, dass sie nicht mit einem Fortbestand der Koalition bis zum nächsten regulären Wahltermin 2029 rechnen. Nur 25 Prozent meinen, dass die Regierung bis dann hält. 20 Prozent machen keine Angaben.
Selbst bei den Anhängern der Koalitionsparteien überwiegt die Zahl derer, die mit einem vorzeitigen Bruch rechnen. Bei der Union sind es 46 zu 38 Prozent, bei der SPD 39 zu 35.
69 Prozent unzufrieden mit Regierungsarbeit
YouGov befragte am vergangenen Montag 2.190 Personen ab 18 Jahre, die in Deutschland wohnen. Von ihnen sind nur 10 Prozent der Meinung, die Regierung habe ihre Arbeit bisher eher gut oder sogar sehr gut gemacht. 69 Prozent stufen die Regierungsarbeit dagegen als eher schlecht oder sehr schlecht ein.
Bei der Frage nach einer Minderheitsregierung sagen 29 Prozent, dass dies besser wäre als ein Fortbestand der schwarz-roten Koalition. 23 Prozent finden das nicht. 48 Prozent trauen sich keine Einschätzung zu.
Zu einer Minderheitsregierung würde es kommen, wenn Kanzler Friedrich Merz (CDU) die SPD-Minister entlassen würde oder sie zurücktreten würden. Die Union würde dann mit wechselnden Mehrheiten regieren. Merz hat das bereits ausgeschlossen.
An diesem Mittwoch ist die schwarz-rote Regierung genau ein Jahr im Amt. Der Jahrestag fällt in die bisher schwierigste Phase der noch jungen Regierung. In allen Umfragen haben Union und SPD keine Mehrheit mehr. Die größte Oppositionspartei AfD hat die Union in mehreren Umfragen bereits überholt. Besonders unter Druck steht Regierungschef Merz, dessen Beliebtheitswerte immer weiter sinken./mfi/DP/zb
AXC0017 2026-05-06/05:27