Wiener Börse (Nachmittag) - ATX mit 0,7 Prozent im Plus / Die Waffenruhe am Persischen Golf bröckelt - Mehr Firmenpleiten in Österreich - RBI nach Zahlen mit Abschlägen
Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Dienstag im Verlauf weiter mit Zuwächsen präsentiert. Der Leitindex ATX gewann 0,67 Prozent auf 5.772,38 Punkte, der breiter gefasste ATX Prime um 0,63 Prozent auf 2.854,57 Einheiten. Auch die wichtigsten Europabörsen zeigten sich mit Gewinnen. Einziger Ausreißer ist die Börse London, die im Minus tendierte.
International ist der Blick weiter auf den Nahen Osten gerichtet. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist weit von einer Entspannung entfernt. Die Waffenruhe könnte bald Geschichte sein. Die Armee seines Landes habe mit den Angriffen "noch nicht einmal begonnen", erklärte der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf. Die USA hatten am Montag einen Militäreinsatz zur Sicherung der für den Öl- und Gashandel immens wichtigen Straße von Hormuz mit dem Namen "Projekt Freiheit" begonnen. Ziel ist laut US-Präsident Donald Trump, wegen der iranischen Blockade festsitzende Schiffe aus der Meerenge hinaus zu "geleiten".
Der schwache Welthandel und geopolitische Auseinandersetzungen haben laut einer Erhebung des Gläubigerschutzverbandes Creditreform dafür gesorgt, dass Westeuropa im Vorjahr die höchste Zahl an Unternehmensinsolvenzen seit mehr als 20 Jahren verzeichnete. In Österreich stiegen die Firmenpleiten auf 6.982 (2024: 6.693). Damit habe man aber das Jahr 2009, den Beginn der Finanzkrise, nicht erreicht, sagte Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer. Damals gab es erstmals über 7.000 Firmeninsolvenzen.
In Österreich rückt die Raiffeisen Bank International (RBI) mit Zahlen in den Fokus. Demnach hat die RBI im ersten Quartal des Jahres einen Gewinn von 209 Millionen Euro gemacht, nach 260 Mio. in der Vergleichsperiode 2025. Das Russlandgeschäft der Bank wird dabei nicht mitbetrachtet. Dieses habe sich weiter reduziert, schrieb die Bank am Dienstag. Das Ergebnis sei "belastet durch vorgezogene Buchung gestiegener Bankenabgaben". Das Betriebsergebnis (ohne Russland) stieg im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 760 Mio. Euro. RBI-Titel verloren bisher 1,9 Prozent.
Die Papiere der Erste Bank bauten leichte 0,80 Prozent auf 94,25 Euro auf. Die Analysten von Deutsche Bank Research haben heute ihr Kursziel für die Aktien der heimischen Bank von 117,0 auf 121,0 Euro angehoben. Die Kaufempfehlung "Buy" wurde von Analystin Marlene Eibensteiner bestätigt. Obwohl die Erste Group im ersten Quartal 2026 ein durchwachsenes Ergebnis erzielte, heben die Deutsche-Bank-Experten ihre Prognosen für den Gewinn pro Aktie für den gesamten Prognosezeitraum um durchschnittlich rund 3 Prozent an, hieß es in der aktuellen Studie.
BAWAG als weiterer schwergewichteter Bankentitel legte 2,3 Prozent zu. Damit schwammen sie gegen den Trend des europäischen Bankensektors. Der europäische Sektorindex Stoxx Europe 600 Banks lag im Verlauf minimal im Minus.
Die Erste Group hat für den Flughafen Wien das Kursziel von 57,7 Euro auf 54,3 Euro herabgesetzt. Die Empfehlung "Hold" wurde nicht geändert. Die Flughafenpapiere legten 0,41 Prozent auf 49,00 Euro zu.
Palfinger gewannen nach anfänglichen Verlusten 1,46 Prozent auf 34,80 Euro. Analysten der Berenberg Bank haben die Kaufempfehlung "Buy" für den Kranhersteller beibehalten. Ebenso bleiben sie bei ihrem Kursziel von 42,00 Euro.
Das Schlusslicht im ATX Prime bildeten Frequentis mit minus 3,5 Prozent. Topperformer waren Strabag mit einem Zuwachs von 2,7 Prozent.
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