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Wiener Börse (Mittag) - ATX legte 0,9 Prozent zu / Waffenruhe im Konflikt USA gegen Iran bröckelt - Ölpreise weiter hoch - RBI nach Zahlen mit Abschlägen

Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Dienstag im Verlauf mit stabiler Tendenz präsentiert. Der Leitindex ATX gewann um die Mittagszeit 0,93 Prozent auf 5.789,90 Punkte, der breiter gefasste ATX Prime um 0,96 Prozent auf 2.863,78 Einheiten. Auch die wichtigsten Europabörsen zeigten sich mit Gewinnen. Einziger Ausreißer ist die Börse London, die im Minus tendierte.

International ist der Blick weiter auf den Nahen Osten gerichtet. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist weit von einer Entspannung entfernt. Die Waffenruhe könnte bald Geschichte sein. "Die Energiepreise liegen auf erhöhten Niveaus und schwanken dort mitunter deutlich. Im Hinblick auf die weiteren Perspektiven an den Finanzmärkten ist zum einen entscheidend, wie lange die Energiepreise erhöht bleiben", beschreiben die Experten der Helaba die Situation.

In Deutschland hat eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zum Auslandsgeschäft deutscher Unternehmen gezeigt, dass der Irankrieg Spuren hinterlässt. "Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung hat sich zerschlagen", sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, am Dienstag unter Verweis auf die Umfrage. Am stärksten betroffen sind wenig überraschend deutsche Unternehmen, die in der Golf-Region aktiv sind. Im Augenblick bewerten in der DIHK-Umfrage 39 Prozent der Betriebe ihre Lage als gut, 48 Prozent als befriedigend, 13 Prozent als schlecht.

Bezüglich Daten rückt heute in den USA der ISM-Index des Dienstleistungssektors in den Blick. Analysten erwarten den Index weiter im Expansionsbereich.

Der schwache Welthandel und geopolitische Auseinandersetzungen haben laut einer Erhebung des Gläubigerschutzverbandes Creditreform dafür gesorgt, dass Westeuropa im Vorjahr die höchste Zahl an Unternehmensinsolvenzen seit mehr als 20 Jahren verzeichnete. In Österreich stiegen die Firmenpleiten auf 6.982 (2024: 6.693). Damit habe man aber das Jahr 2009, den Beginn der Finanzkrise, nicht erreicht, sagte Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer. Damals gab es erstmals über 7.000 Firmeninsolvenzen.

In Österreich rückt die Raiffeisen Bank International (RBI) mit Zahlen in den Fokus. Demnach hat die RBI im ersten Quartal des Jahres einen Gewinn von 209 Millionen Euro gemacht, nach 260 Mio. in der Vergleichsperiode 2025. Das Russlandgeschäft der Bank wird dabei nicht mitbetrachtet. Dieses habe sich weiter reduziert, schrieb die Bank am Dienstag. Das Ergebnis sei "belastet durch vorgezogene Buchung gestiegener Bankenabgaben". Das Betriebsergebnis (ohne Russland) stieg im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 760 Mio. Euro. RBI-Titel verloren im Verlauf 2,4 Prozent und lag damit an vorletzter Stelle im ATX Prime-Segment. Das Schlusslicht bildeten Frequentis mit minus 3,0 Prozent.

Die weiteren schwergewichteten Bankenwerte zeigten sich mit Zuwächsen. BAWAG legten 2,3 Prozent, Erste Bank 1,2 Prozent zu. Damit schwammen sie gegen den Trend des europäischen Bankensektors. Der europäische Sektorindex Stoxx Europe 600 Banks lag zu Mittag minimal im Minus.

Die Erste Group hat für den Flughafen Wien das Kursziel von 57,7 Euro auf 54,3 Euro herabgesetzt. Die Empfehlung "Hold" wurde nicht geändert. Die Flughafenpapiere legten 0,41 Prozent auf 49,00 Euro zu.

Palfinger gewannen nach anfänglichen Verlusten 3,5 Prozent auf 35,00 Euro. Damit avancierten sie zum Spitzenreiter im ATX Prime. Analysten der Berenberg Bank haben die Kaufempfehlung "Buy" für den Kranhersteller beibehalten. Ebenso bleiben sie bei ihrem Kursziel von 42,00 Euro.

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