DIHK senkt Exportprognose wegen Iran-Krieg
Der Iran-Krieg trübt die Konjunkturerwartungen deutscher Unternehmen im Ausland und dämpft die Exportaussichten. Das zeigt eine DIHK-Analyse unter mehr als 4.500 deutschen Firmen, die international tätig sind und in den Netzwerken der deutschen Auslandshandelskammern weltweit befragt wurden. Vor allem im Nahen Osten spürten Unternehmen die Kriegsfolgen, während in den USA, China und Südamerika die Aussichten besser bewertet würden.
"Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung hat sich zerschlagen. Die Weltwirtschaft steckt im Krisenmodus, das bekommen die Unternehmen unmittelbar zu spüren", sagt Volker Treier, Außenwirtschaftschef bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Er rechne für dieses Jahr mit einer Stagnation der deutschen Exporte statt mit einem Plus von einem Prozent, wie bisher erwartet.
Der Ausblick für die kommenden Monate hat sich laut der Studie eingetrübt: Nur 21 Prozent der befragten Unternehmen erwarteten binnen zwölf Monaten eine bessere Konjunkturentwicklung an ihren internationalen Standorten, bei einer Vorumfrage im Herbst waren es noch 26 Prozent. Zugleich gingen 32 Prozent von einer Verschlechterung aus, nach 24 Prozent im Herbst.
Ölpreisschock verunsichert Firmen
Vor allem der Ölpreisschock sorgt für Unsicherheit: 46 Prozent der Firmen sehen hohe Energiepreise als zentrales Geschäftsrisiko - mehr als doppelt so viele wie im Herbst. 40 Prozent sehen Lieferkettenstörungen als zentrales Risiko, 37 Prozent steigende Rohstoffpreise und 44 Prozent die Sorge vor einer schwachen Nachfrage. "Wir erleben ein gefährliches Zusammenspiel aus Energiepreisschock, fragiler Logistik und wachsendem geopolitischen Misstrauen", sagt Treier. "Das trifft besonders exportorientierte Unternehmen und bremst Investitionen."
Lage noch relativ gut eingeschätzt
Die Kriegsfolgen seien aber noch nicht überall angekommen. Derzeit bewerten 39 Prozent ihre aktuelle Lage als gut, 48 Prozent als befriedigend, 13 Prozent als schlecht. Damit sei die Bewertung der derzeitigen Geschäfte etwas besser als im Herbst, während sich die Erwartungen eintrüben
Während deutsche Firmen in China, den USA und den südamerikanischen Mercosur-Staaten relativ optimistisch auf die kommenden Monate blickten, überwiege in Asien und dem Nahen Osten Skepsis. Dort belasten steigende Energiepreise und Störungen in den Lieferketten.
In Süd- und Mittelamerika erwarte dagegen knapp jedes dritte Unternehmen bessere Geschäfte, während nur 23 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen. Grund für die Zuversicht sei die Distanz zum Krieg, eigene Energiequellen und das Mercosur-Abkommen mit der EU./als/DP/stk
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