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Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Kursverlusten / Steigende Rohölpreise treiben Inflationssorgen an - Neue Eskalation im Iran-Krieg

Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Montagnachmittag mit Verlusten gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 1 Basispunkt auf 3,34 Prozent gestiegen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 29 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future fiel um 0,12 Prozent auf 125,15 Punkte.

Die Rohölpreise steigen und treiben Inflationssorgen sowie die Erwartungen auf eine Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) an. Das belastet auch die Anleihen. Deutsche Bank Research erwartet weiterhin Leitzinsanhebungen im Juni und September um jeweils 25 Basispunkte. "Aus unserer Sicht bedürfte es schon einer sehr schnellen Lösung des Konflikts am Persischen Golf, einhergehend mit deutlich niedrigeren Energiepreisen, damit die EZB von einer Zinsanhebung im Juni absieht", so die Analysten.

Im Iran-Krieg kommt es aktuell zu einer neuen Eskalation. Das US-Militär fuhr nach eigenen Angaben mit zwei Lenkwaffenzerstörern in den Persischen Golf ein, um die iranische Blockade der Straße von Hormuz zu brechen. Zudem hätten zwei unter US-Flagge fahrende Handelsschiffe die Meerenge passiert, teilte das US-Zentralkommando (CENTCOM) am Montag mit. "Die amerikanischen Streitkräfte unterstützen aktiv die Bemühungen, die Durchfahrt für die Handelsschifffahrt wiederherzustellen", hieß es in der Mitteilung.

Der Einsatz erhöht die Gefahr einer neuen, direkten militärischen Konfrontation zwischen den USA und dem Iran in der strategisch wichtigen Meerenge. Zuvor hatte die Regierung in Teheran noch erklärt, sie habe ein US-Kriegsschiff an der Einfahrt in den Golf gehindert.

Die am Vormittag veröffentlichten Konjunkturindikatoren spielten am Anleihemarkt kaum eine Rolle. Der von Sentix erhobene Konjunkturindikator für die Eurozone legte im Mai unerwartet etwas zu. Der Wert bewegt sich aber weiterhin deutlich im negativen Bereich. "Anleger sehen zumindest keine weitere Verschärfung aus dem schwelenden Iran-Krieg", hieß es von Sentix. Gleichwohl blieben die Inflationssorgen hoch.

Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:

Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten)
2 Jahre     2,69   2,66        0,03                        1
5 Jahre     2,91   2,89        0,02                       14
10 Jahre    3,34   3,33        0,01                       29
30 Jahre    3,88   3,87        0,01                       32

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