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Wiener Börse (Mittag) - ATX dreht ins Minus / Unsicherheit durch US-Zolldrohungen - Lage am österreichischen Arbeitsmarkt weiterhin angespannt

Der Wiener Aktienmarkt hat sich zu Mittag nach einem guten Start in die neue Handelswoche ins Negative gedreht. Nach dem verlängerten Wochenende notierte der heimische Leitindex ATX gegen 12.30 Uhr bei 5.781,30 Punkten mit 0,23 Prozent im Minus. Der ATX Prime verlor 0,26 Prozent auf 2.858,20 Zähler. Das europäische Umfeld zeigte sich ebenfalls mehrheitlich im Minus. Ins Blickfeld rückten neben der Straße von Hormuz neuerliche Zolldrohungen durch US-Präsident Donald Trump.

Lange war es im Zollstreit zwischen den USA und der EU ruhig geblieben, doch kurz vor dem Wochenende ließ Trump die Situation eskalieren: Auf Truth Social kündigt er an, den Zoll auf Auto- und Lastwagenimporte aus der Europäischen Union in die USA auf 25 Prozent zu erhöhen. Der neue Satz soll ab dieser Woche gelten. "Sie haben sich nicht an die Vereinbarung gehalten, die wir getroffen haben", begründete Trump seine Entscheidung.

Trumps Zolldrohungen lassen die Unsicherheit auch in der österreichischen Kfz-Industrie wieder steigen. Derzeit würden alle in der Luft hängen, weil nicht klar ist, was wirklich passiert, sagte Igor Sekardi, Handelsexperte in der Industriellenvereinigung, zur APA. Sollte Trump die Zölle für den Automobilsektor tatsächlich anheben, wäre Deutschland am stärksten betroffen, aber auch Staaten wie die Slowakei und Ungarn, in denen viele Autos gebaut werden. Österreich wäre ebenfalls betroffen: 2024 - noch vor dem Einbruch um 20 Prozent - lagen Österreichs Automotive-Exporte in die USA bei 2,8 Mrd. Euro bei insgesamt 16 Mrd. Euro, sagte Sekardi.

Im Iran-Krieg kündigte indes Trump an, dass die US-Marine in der Straße von Hormuz festsitzende Schiffe aus der Meerenge heraus "geleiten". Für den Fall etwaiger Behinderungen der Initiative "Projekt Freiheit" drohte Trump auf seiner Plattform Truth Social, dagegen mit Härte vorzugehen. Viele Details zum Ablauf der Initiative ließ Trump jedoch offen. Der Iran warnte die USA umgehend vor Aktionen in der strategisch wichtigen Meerenge. Handelsschiffe und Öltanker sollten jegliche Bewegung ohne Koordination mit dem iranischen Militär unterlassen.

Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt bleibt weiterhin angespannt. Ende April waren 398.342 Menschen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 1,5 Prozent beziehungsweise 5.711 Menschen gegenüber dem Vorjahresmonat. Die nationale Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent. Der Zuwachs betrifft laut AMS-Daten im April ausschließlich Frauen. "Während der Bau rückläufige Arbeitslosenzahlen aufweist und auch die Industriearbeitslosigkeit sich weitestgehend stabilisiert hat, steigt die Arbeitslosigkeit im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen, also in zwei Bereichen, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, noch deutlich", sagte AMS-Chef Johannes Kopf.

Unternehmensseitig hat sich im Laufe des Tages wenig getan. Am Freitag bestätigte UBS ihre Kaufempfehlung "Buy" für die Aktien der OMV nach Quartalszahlen ebenso wie ihr Kursziel von 68,00 Euro. Barclays hingegen erhöhten ihr Kursziel für die OMV von 52,00 auf 53,00 Euro, die Einstufung "Underweight" blieb. OMV-Aktien notierten zu Mittag bei 60.90 Euro und einem Plus von 1,25 Prozent.

Zudem hob UBS ihr Kursziel für Werte der Raiffeisen Bank International (RBI) von 47,00 auf 50,00 Euro an. Die Kaufempfehlung beließen die Analysten bei "Buy". Am Montag verlor RBI 1,72 Prozent auf 45,60 Euro.

Und die Analysten von Barclays bestätigten ihre "Overweight"-Empfehlung für die Aktien der Erste Group in Reaktion auf die Quartalszahlen der Bank. Das Kursziel blieb unverändert bei 123,00 Euro. Die Erste Group fielen um 0,21 Prozent auf 94,00 Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat der Semperit geben keine Empfehlung zum freiwilligen Übernahmeangebot der B&C Holding ab. Es gebe Für und Wider das Angebot anzunehmen, letztlich hänge es von der jeweiligen Anlagestrategie und dem individuellen Zeitpunkt des Aktienerwerbs ab, ob das Angebot vorteilhaft ist, schreibt der Semperit-Vorstand in einer Aussendung am Montag. B&C hält derzeit rund 58,48 an Semperit und will alle ausstehenden Aktien übernehmen. Die Frist läuft bis 12. Juni. Die Semperit-Aktien notierten am Montag im Frühhandel bei 15,05 Euro und einem Plus von 1,01 Prozent.

Zu den Gewinnern des Tages gehören unterdessen Technologiewerte. AT&S legten um 5,44 Prozent zu.

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