Devisen (Früh) - Euro legt leicht auf 1,1729 US-Dollar zu / Woche beginnt zunächst ruhig - Befürchtungen einer Rezession in Eurozone laut EZB-Ratsmitglied Stournaras begründet
Der Euro hat am Montag im Frühhandel gegenüber dem US-Dollar wieder leicht zugelegt. Zuletzt hielt die Gemeinschaftswährung bei 1,1729 Dollar. Der Euro erholte sich damit ein wenig von seinen Verlusten am Freitag. Ein neuer Zollstreit zwischen den USA und der Europäischen Union sorgt neben dem Iran-Krieg für weitere Unruhe.
Nach einer turbulenten Vorwoche mit zahlreichen Notenbanksitzungen und wichtigen Datenveröffentlichungen startet die neue Woche zunächst ruhig. Nicht unerwähnt bleiben sollte aber das auf dem heutigen Programm stehende sentix-Investorenvertrauen, so die Helaba-Analysten. Dabei handelt es sich um die erste Umfrage unter Finanzmarktteilnehmern des laufenden Monats. Im März und April ist der Index unter dem Eindruck des Nahost-Kriegs, der Blockade der Straße von Hormuz und der deutlich gestiegenen Energiepreise regelrecht eingebrochen. Im Mai könnte es zu einem erneuten Rückgang gekommen sein, denn der Konflikt ist noch nicht beigelegt und die Zuversicht hat zuletzt auch wieder nachgelassen.
Befürchtungen einer Rezession in der Eurozone infolge des Iran-Kriegs sind nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Yannis Stournaras begründet. "Sorgen vor einer möglichen Rezession in der Eurozone sind real und gerechtfertigt", sagte der Chef der griechischen Zentralbank in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der zyprischen Zeitung "Phileleftheros". Stournaras verwies auf "neue negative angebotsseitige Störungen", die durch den Konflikt im verursacht würden. Die Gespräche zur Beendigung des Iran-Kriegs seien von entscheidender Bedeutung für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), sagte Stournaras. Zwar sei die Wirtschaft widerstandsfähig, ihre Dynamik habe sich jedoch abgeschwächt. Im Gegensatz zum Jahr 2022 treffe der Inflationsanstieg auf ein Umfeld mit schwächerem Wachstum und geringerem fiskalischen Spielraum.
Der Präsident des deutschen Ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnt angesichts drohender neuer US-Zölle vor erheblichen Risiken für die deutsche Wirtschaft. Der Ökonom befürchtet ernsthafte Folgen, sollte die EU ihrerseits Zölle auf US-Produkte erheben. Fuest sagte der "Bild"-Zeitung: "Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession." US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 Prozent zu erhöhen. Die neuen Sätze sollen bereits ab dieser Woche gelten. Fuest betonte, dass die geplanten Zollerhöhungen die deutsche Autoindustrie in einer ohnehin schwierigen Lage träfen.
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