Österreichische Staatsanleihen legen nach EZB-Entscheid zu / EZB hält Zinsen stabil; betont konjunkturelle Gefahren des Ölpreisschocks
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben am Donnerstag nach der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) zugelegt. Diese hatte wie erwartet ihre Schlüsselzinssätze nicht angetastet. An den Märkten wurden jedoch die Wetten auf eine Zinserhöhung im Juni zurückgeschraubt.
Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe fiel um fünf Basispunkte auf 3,33 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 28 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future stieg um 0,54 Prozent auf 125,22 Punkte.
Die EZB beließ den Einlagensatz am Donnerstag bei 2,0 Prozent, wobei der Rat laut Präsidentin Christine Lagarde auch über eine Zinserhöhung debattiert habe. Jedoch betonten die Währungshüter in dem begleitenden Text die Gefahren des Ölpreisschocks für die Konjunktur im Euroraum. "Die EZB hat den zunehmenden Inflationsdruck, aber auch die größeren Abwärtsrisiken für das Wachstum anerkannt", sagte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei ING. "Es sieht so aus, als habe die EZB keine Eile mit einer Zinserhöhung."
Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer rechnet dagegen bereits beim nächsten Treffen im Juni mit einem Zinsschritt. "Tatsächlich wird die Luft für die EZB dünner, weil immer mehr Unternehmen die stark gestiegenen Energiekosten an die Verbraucher weiterleiten wollen und die langfristigen Inflationserwartungen der Konsumenten nicht mehr so gut beim 2-Prozent-Ziel verankert sind", schrieb Krämer.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,64 2,70 -0,06 -1 5 Jahre 2,88 2,96 -0,07 13 10 Jahre 3,33 3,38 -0,05 28 30 Jahre 3,87 3,90 -0,02 32
spa/sto