Wiener Börse (Mittag) - ATX 0,3 % im Minus, Erste nach Zahlen schwach / Erste-Aktien verlieren 5,1 Prozent - OMV nach Ergebnissen leicht im Plus - EZB-Zinsentscheid im Fokus
Die Wiener Börse hat am Donnerstagvormittag ihre anfänglichen Verluste etwas eingegrenzt. Der ATX lag zu Mittag mit einem Minus von 0,31 Prozent bei 5.815,93 Punkten. Auch andere Börsen in Europa holten ihre Anfangsverluste auf und drehten teilweise sogar ins Plus. Im Frühhandel hatte ein neuerlicher Höhenflug der Ölpreise die Märkte noch deutlicher unter Druck gesetzt.
Belastet wurde der ATX vor allem von den Verlusten der schwer gewichteten Aktie der Erste Group. Die Titel verloren nach Meldungen von Quartalszahlen der Bank zuletzt 5,1 Prozent. Die Erste Group hat nach der erstmaligen Konsolidierung der Erste Bank Polska einen höheren Gewinn geschrieben. Unterm Strich stand im ersten Quartal 2026 ein Periodenergebnis von 879 Mio. Euro, das sind um gut 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zinsüberschuss stieg um mehr als 40 Prozent auf rund 2,6 Mrd. Euro, lag den Analysten von Barclays zufolge aber etwas unter den Erwartungen.
Leicht positiv wurden hingegen die OMV-Zahlen aufgenommen. Die Aktien des Ölkonzerns legten zuletzt 0,6 Prozent zu. Die OMV hat für ihr erstes Quartal Einbußen im operativen Geschäft gemeldet. Wie der Öl- und Gaskonzern mitteilte, sank das um Lagereffekte bereinigte Operative Ergebnis (Clean CCS) vor Sondereffekten im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 1,025 Mrd. Euro. Maßgeblich dafür war ein schwächeres Marktumfeld im Bereich Energy, während die Chemiesparte Zuwächse verzeichnete.
Die Analysten von Barclays schrieben in einer ersten Reaktion von durchwachsenen Zahlen und erwarten eine neutrale Marktreaktion. Die Experten der Erste Group stufen die Zahlen unterm Strich auch neutral ein. Im Rahmen einer Sektorstudie hat die Erste aber gleichzeitig ihre Empfehlung für die OMV von "hold" auf "accumlate" verbessert.
An der Spitze im ATX lagen am Vormittag AT&S mit einem Plus von 2,4 Prozent. Auch an anderen Börsen in Europa fanden sich Halbleiterwerte unter den größeren Gewinnern. Aktien der Post legten nach guten Zahlen des deutschen Branchenkollegen DHL 1,7 Prozent zu. Aktien des aus der Deutschen Post hervorgegangenen Logistik-Riesen DHL lagen in Frankfurt mit einem Plus von 4,4 Prozent an der Spitze im DAX.
Mit Spannung erwartet werden jetzt die Zinsentscheidungen der EZB und der Bank of England am Nachmittag. Die meisten Marktteilnehmer rechnen nicht mit einem Zinsschritt, Impulse könnten aber die begleitenden Kommentare der EZB liefern. Im Fokus stehen zudem die nach US-Börsenschluss anstehenden Quartalszahlen von Apple.
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