Wiener Börse am Vormittag im Minus - Erste Group nach Zahlen schwach / ATX verliert 0,6 Prozent - Erste-Aktie 4,6 Prozent im Minus
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Die Wiener Börse hat am Donnerstag im Frühhandel etwas nachgegeben. Der Leitindex ATX fiel zuletzt um 0,56 Prozent auf 5.801,24 Punkte. Belastet wurde der ATX vor allem von den Verlusten der schwer gewichteten Aktie der Erste Group. Die Titel verloren nach Meldungen von Quartalszahlen der Bank im Frühhandel 4,6 Prozent.
Die Erste Group hat nach der erstmaligen Konsolidierung der Erste Bank Polska einen höheren Gewinn geschrieben. Unterm Strich stand im ersten Quartal 2026 ein Periodenergebnis von 879 Mio. Euro, das sind um gut 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zinsüberschuss stieg um mehr als 40 Prozent auf rund 2,6 Mrd. Euro, lag den Analysten von Barclays zufolge aber etwas unter den Erwartungen. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um rund 23 Prozent auf 965 Mio. Euro.
Positiv wurden hingegen die OMV-Zahlen aufgenommen. Die Aktien des Ölkonzerns legten 0,9 Prozent zu. Die OMV hat für ihr erstes Quartal Einbußen im operativen Geschäft gemeldet. Wie der Öl- und Gaskonzern mitteilte, sank das um Lagereffekte bereinigte Operative Ergebnis (Clean CCS) vor Sondereffekten im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 1,025 Mrd. Euro. Maßgeblich dafür war ein schwächeres Marktumfeld im Bereich Energy, während die Chemiesparte Zuwächse verzeichnete.
Die Analysten von Barclays schrieben in einer ersten Reaktion von durchwachsenen Zahlen und erwarten eine neutrale Marktreaktion. Die Experten der Erste Group stufen die Zahlen unterm Strich auch neutral ein. Im Rahmen einer Sektorstudie hat die Erste aber gleichzeitig ihre Empfehlung für die OMV von "hold" auf "accumlate" verbessert.
An der Spitze im ATX lagen am Vormittag AT&S mit einem Plus von 2,3 Prozent. Aktien der Post legten 1,7 Prozent zu. Schwach zeigten sich hingegen RBI und VIG mit Verlusten von jeweils über einem Prozent.
Auch an anderen Börsen in Europa ging es nach unten. Belastet wurden die Märkte vom jüngsten Höhenflug der Ölpreise. Der Preis für die Referenz Ölsorte Brent kletterte zuletzt auf den höchsten Stand seit Anfang 2022. Mit Spannung erwartet werden jetzt die Zinsentscheidungen der EZB und der Bank of England am Nachmittag.
mik/ste
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