Aktien Frankfurt Ausblick: Moderates Plus vor Quartalszahlen und Fed-Sitzung
Vor wichtigen Quartalsbilanzen aus den USA und
der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed wird der deutsche
Aktienmarkt am Mittwoch mit einem freundlichen Handelsstart
erwartet. Für Zurückhaltung sorgen könnten jedoch die anhaltend
hohen Ölpreise angesichts der weiterhin stockenden Verhandlungen
zwischen dem Iran und den USA. Der X-Dax als
außerbörslicher Indikator für den Dax signalisierte
eine Stunde vor dem Xetra-Start einen Anstieg von 0,3 Prozent auf
24.100 Punkte.
Die Fed wird in einem durch den Iran-Krieg verunsicherten Umfeld
ihre Leitzinsen an diesem Mittwoch wohl zum dritten Mal in Folge
nicht verändern. Die Unsicherheit mit Blick auf die weitere
Geldpolitik ist groß. Entscheidend bleibt der Krieg zwischen den USA
und dem Iran. Eine Öffnung der Straße von Hormus ist weiterhin nicht
in Sicht und eine anhaltende Schließung dürfte auch in den USA die
Inflation weiter anheizen und das Wirtschaftswachstum dämpfen. In
den Vereinigten Staaten dürften die Auswirkungen aber geringer sein
als in anderen Teilen der Welt.
Auf beiden Seiten des Atlantiks nimmt zur Wochenmitte zudem die
Berichtssaison der Unternehmen mächtig Fahrt auf. In den USA
veröffentlichen am Abend nach dem Börsenschluss in New York mit
Alphabet , Amazon , Meta
und Microsoft gleich vier Unternehmen aus der Gruppe
der Magnificent 7 ihre Quartalszahlen. In Deutschland stehen allein
von den Dax-Werten sechs Quartalsberichte auf der Agenda.
Der Autobauer Mercedes-Benz hielt trotz der Schwäche
in China den Gewinnrückgang im ersten Quartal überraschend gering.
Der Umsatz fiel angesichts eines rückläufigen Absatzes um knapp 5
Prozent. Das Unternehmen bestätigte die Jahresziele. Händler lobten
in ersten Reaktionen vor allem Gewinn und Cashflow im ersten
Jahresviertel. Für die Aktien ging es vorbörslich auf der
Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom
Vortag zuletzt 2,2 Prozent aufwärts.
Die Deutsche Bank ist mit einem überraschenden
Gewinnsprung ins Jahr 2026 gestartet. Auf die Aktionäre entfielen im
ersten Quartal unter dem Strich 1,9 Milliarden Euro und damit knapp
acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor und mehr als von Analysten
erwartet. Die Papiere des Geldhauses stiegen auf Tradegate um 1,5
Prozent.
Der Sportartikelhersteller Adidas schnitt im ersten
Quartal besser ab als erwartet und bestätigte seinen Jahresausblick.
So stieg der Umsatz um gut 7 Prozent. Das Betriebsergebnis legte
trotz Gegenwind durch Währungseffekte und Zöllen um 15,5 Prozent zu.
Auf Tradegate verteuerten sich die Adidas-Titel um 3,6 Prozent.
Der Internetportal-Betreiber Scout24 steigerte im
ersten Quartal dank einer hohen Kundennachfrage Umsatz und Gewinn
deutlich. Finanzchef Martin Mildner sieht das Unternehmen "weiterhin
auf Kurs", die gesteckten Ziele für 2026 zu erreichen. Zudem wurden
Aktienrückkäufe angekündigt. Die Aktien schnellten auf Tradegate um
8 Prozent hoch.
Der Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise sieht
sich nach Umsatzeinbußen zum Jahresstart auf Kurs zu seinen Zielen
für 2026. Organisch sanken die Erlöse im ersten Quartal um knapp ein
halbes Prozent. Das ist besser als von Symrise-Chef Jean-Yves
Parisot Anfang März in Aussicht gestellt und als von Analysten im
Durchschnitt erwartet. Die Titel stiegen auf Tradegate um 1,6
Prozent.
Knappe Triebwerke des Herstellers Pratt & Whitney brockten dem
Flugzeugbauer Airbus einen schwachen Produktionsstart
ins Jahr ein. Auch Umsatz und Gewinn brachen ein. Dennoch will Chef
Guillaume Faury 2026 so viele Flugzeuge ausliefern wie nie zuvor und
registriert trotz des Iran-Kriegs bisher keine Abbestellungen. Für
die Airbus-Papiere ging es auf Tradegate um 0,7 Prozent nach
unten./edh/stk