dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 28.04.2026 - 17.00 Uhr
ROUNDUP 3: Vereinigte Arabische Emirate treten aus Opec aus
ABU DHABI - Es ist ein Schlag für den wichtigsten Öl-Verbund: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) treten mit Wirkung zum 1. Mai aus der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und dem Bündnis Opec+ aus. Hintergrund sei eine gründliche Abwägung auch mit Blick auf die andauernden "Störungen im Persischen Golf und der Straße von Hormus", heißt es in einer Erklärung der staatlichen Nachrichtenagentur WAM.
USA: Verbrauchervertrauen verbessert sich unerwartet
WASHINGTON - Die Stimmung der Verbraucher in den USA hat sich im April unerwartet verbessert. Der Konsumindikator sei um 0,6 Punkte auf 92,8 Zähler gestiegen, teilte das Marktforschungsinstitut Conference Board am Dienstag mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 89,0 Punkte gerechnet. Der Wert für den Vormonat wurde von 91,8 auf 92,2 Punkte nach oben revidiert.
ROUNDUP 2: Gesundheits-Sparpaket soll kommen - Zuckerabgabe in Sicht
BERLIN - Eine Zuckerabgabe auf Limonaden und Colas, keine Abstriche beim Krankengeld, umstrittene Umstellungen beim Bundeszuschuss: Bei den Plänen der schwarz-roten Koalition für Entlastungen der gesetzlichen Krankenkassen und stabile Beiträge kommen noch mehrere Änderungen in Sicht.
OECD warnt vor Engpässen bei kritischen Rohstoffen
PARIS - Die Industriestaatenorganisation OECD beklagt wachsende Exportbeschränkungen für kritische Rohstoffe, was Lieferketten weltweit unter Druck setzt. Mehrere Mineralien, die in der Digital-Technologie und für erneuerbare Energien eine entscheidende Rolle spielten, seien in hohem Maße von Exportbeschränkungen betroffen, deren Zahl stetig zunehme, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris mit. Die Zahl der Länder, die solche Beschränkungen einführten, habe zugenommen, insbesondere in Afrika und Asien.
ROUNDUP 2/Rubio: Blockade von Hormus wie 'wirtschaftliche Atomwaffe'
WASHINGTON/TEHERAN - Der Iran setzt die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus nach Einschätzung von US-Außenminister Marco Rubio gezielt als Waffe mit größtmöglicher Wirkung ein. "Die Straße von Hormus ist im Grunde eine wirtschaftliche Atomwaffe, die sie versuchen, gegen die Welt einzusetzen - und sie geben damit an", sagte Rubio in einem Interview des TV-Senders Fox News.
EU-Haushalt: Parlament geht auf Konfrontationskurs zu Berlin
STRASSBURG - Das Europäische Parlament geht in den Verhandlungen über den nächsten langfristigen EU-Haushalt auf Konfrontationskurs zu Nettozahlerstaaten wie Deutschland. Die Abgeordneten sprachen sich in Straßburg mehrheitlich für einen Gemeinschaftshaushalt aus, der noch einmal zehn Prozent mehr Geld umfassen würde als von der EU-Kommission vorgeschlagen.
Schuldenkrise im Globalen Süden verschärft sich durch Krieg
AACHEN - Die Verschuldungssituation in vielen Ländern des Globalen Südens spitzt sich dramatisch zu. Laut dem sogenannten Schuldenreport 2026 des Bündnisses erlassjahr.de und des Hilfswerks Misereor mit Sitz in Aachen leiden aktuell 44 Staaten unter einer sehr hohen Auslandsschuldenlast. Weitere 25 Staaten gelten als hoch belastet, während für 15 weitere ein latentes Risiko besteht. Der Iran-Krieg habe die Lage verschärft.
IAB sieht schwächsten Beschäftigungsausblick seit Corona
BERLIN - Arbeitsmarktforscher blicken so pessimistisch auf die Beschäftigungsaussichten in Deutschland wie seit der Corona-Pandemie nicht mehr. "Die Dauerkrise in der Industrie und der Ölpreisschock drücken auf die Beschäftigung", sagte der Leiter des Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Enzo Weber.
EZB: Inflationserwartungen der Verbraucher steigen im März deutlich
FRANKFURT - Angesichts der Auswirkungen des Iran-Kriegs sind in der Eurozone die Inflationserwartungen der Verbraucher im März erheblich gestiegen. Vor allem die Erwartungen auf kurze Sicht legten stark zu. Laut einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) erwarten die Konsumenten auf Sicht von 12 Monaten eine Preissteigerung um 4,0 Prozent, wie die EZB am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Zuletzt hatten die befragten Verbraucher noch eine Inflation von 2,5 Prozent prognostiziert. Volkswirte waren für den Monat März lediglich von einem Anstieg auf 2,8 Prozent ausgegangen.
Eurogruppen-Chef: Wegen Nahost droht größte Energiekrise
ATHEN - Wegen der Lage im Nahen Osten droht der Welt nach Ansicht des Präsidenten der Eurogruppe, Kyriakos Pierrakakis, eine historische Notlage. "Wenn die Straße von Hormus nicht rasch wieder vollständig geöffnet wird, hat diese Krise das Potenzial, die größte Energiekrise überhaupt zu werden", sagte Pierrakakis in Athen. Die Ausfälle bei Öl und Gas könnten größer sein als in früheren Krisen etwa in den 1970er Jahren oder nach Beginn des Ukraine-Kriegs.
Japanische Notenbank verändert Zins nicht - Erhöhung im Juni wahrscheinlich
TOKIO - Die japanische Notenbank hat den Leitzins erneut stabil gehalten. Er verharrt weiter auf 0,75 Prozent, wie die Notenbank am Dienstag in Tokio mitteilte. Dies war von Analysten im Schnitt so erwartet worden.
Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.
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AXC0296 2026-04-28/17:05