, APA

Wiener Börse (Mittag) - ATX legt 0,89 Prozent zu / Blicke weiter in den Nahen Osten gerichtet - Warten auf Zinsentscheidungen der Fed und der EZB - Strabag, Mayr-Melnhof und Palfinger mit Zahlen

Die Wiener Börse hat sich zu Mittag weiter gestärkt gezeigt. Der heimische Leitindex ATX konnte gegen 12.00 Uhr 0,89 Prozent auf 5.815,00 Zähler zulegen. Der breiter gefasste ATX Prime legte um 0,81 Prozent auf 2.876,03 Punkte zu. Damit lag man etwas über den Zuwächsen der europäischen Börsen.

Im Zentrum des internationalen Interesses stehen neben dem Dauerthema USA gegen den Iran um die Straße von Hormuz, die Zinsentscheidungen in Japan, Europa und den USA in dieser Woche. In Japan blieb der Leitzins unverändert, wie die Bank of Japan am Dienstag mitteilte. Am Mittwoch folgt die US-Notenbank (Fed). Für Donnerstag sind dann die Sitzungen der EZB und der Bank of England anberaumt.

"Die Lage in Nahost ist weiterhin kritisch und noch immer gibt es keine Fortschritte, aber auch keine erneute Eskalation mit Kampfhandlungen", beschreiben die Analysten der Helaba die Situation. Der Iran hat einen neuen Verhandlungsvorschlag vorgelegt. US-Präsident Donald Trump zeigte sich demgegenüber skeptisch, lehnte ihn aber noch nicht dezidiert ab. Er hege Zweifel an der Aufrichtigkeit der iranischen Führung, berichtete das "Wall Street Journal".

Österreichs Unternehmen bekommen die geopolitischen Spannungen verstärkt zu spüren. Angesichts des Iran-Kriegs und der Störungen auf der wichtigen Straße von Hormuz fühlen sich aktuell zwei Drittel der Exportbetriebe "sehr stark" oder "eher stark" von höheren Energiepreisen betroffen, wie aus einer Online-Umfrage vom März im Auftrag der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) hervorgeht. Zu Jahresbeginn 2024 war es lediglich jedes zweite Unternehmen.

Die Betroffenheit betreffend Energiepreise ist gestiegen, liegt aber laut OeKB "deutlich unter dem Niveau vom Frühjahr 2022, als der Ukraine-Krieg zu massiven Verwerfungen geführt hatte".

Bei den Unternehmen ziehen heute am heimischen Aktienmarkt die Strabag, Mayr-Melnhof und Palfinger mit Zahlen die Blicke auf sich. Österreichs größter Baukonzern Strabag hat seine Gewinne 2025 kräftig gesteigert. Das Konzernergebnis legte gegenüber dem Jahr davor um 11 Prozent auf 916,28 Mio. Euro zu. Der Gewinn je Aktie (EPS) stieg um 8 Prozent von 7,35 auf 7,94. Im Verlauf verloren Strabag-Titel trotzdem 0,5 Prozent auf 85,30 Euro.

Der Verpackungskonzern Mayr-Melnhof (MM) wiederum hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatz- und Gewinnrückgang verzeichnet. Die Umsatzerlöse sanken im Jahresvergleich um 11,0 Prozent auf 927,5 Mio. Euro. Das bereinigte betriebliche Ergebnis ging um 19,4 Prozent auf 49,1 Mio. Euro zurück. Am Dienstag wiesen die Papiere von Mayr-Melnhof einen minimalen Zuwachs von 0,1 Prozent auf 85,40 Euro aus.

Der Kran-Spezialist Palfinger ist gut ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal 2026 machte Palfinger 561,5 Mio. Euro Umsatz, das bedeutete einen Anstieg um 1,6 Prozent im Jahresabstand. Der operative Gewinn (EBIT) legte um 3 Prozent auf 41,3 Mio. Euro zu. Palfinger bauten 4,6 Prozent auf 35,20 Euro ab. Damit waren sie Schlusslicht im ATX Prime-Segment,

Ebenfalls mit einem Verlust zeigte sich das Schwergewicht Verbund, das 2,7 Prozent verlor. Im Spitzenfeld konnte man mit der OMV ein weiteres Schwergewicht finden. OMV wiesen ein Plus von 2,1 Prozent aus und folgten dem europäischen Trend, wo Öl- und Gaswerte klar zulegten.

Auch die schwergewichteten Banken gewannen an Wert. BAWAG gewannen 1,9 Prozent, Erste Group 1,1 Prozent und Raiffeisen Bank International (RBI) 1,0 Prozent.

Nachdem AT&S den Tag mit Zuwächsen begonnen hatte, fielen die Papiere des Leiterplattenherstellers mit minus 0,7 Prozent wieder in den roten Bereich.

moe/ste

 ISIN  AT0000999982
Copyright APA. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von APA ist nicht gestattet.