ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger bleiben in der Defensive
Die Anleger am deutschen Aktienmarkt lassen
nach dem verhaltenen Wochenauftakt auch am Dienstag Vorsicht walten.
Mangelnde Fortschritte in den Verhandlungen zwischen dem Iran und
den Vereinigten Staaten um eine Öffnung der für den globalen
Öltransport wichtigen Meeresstraße von Hormus sowie steigende
Ölpreise halten die Kauflaune in Grenzen.
Der Dax notierte zuletzt 0,1 Prozent höher bei 24.103
Punkten und bleibt damit unter der 200-Tage-Linie für den
längerfristigen Trend, die er tags zuvor unterschritten hatte. Der
MDax zeigte sich nahezu unverändert bei 30.364
Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg
um 0,2 Prozent.
Angesichts weiterhin hoher Ölpreise halten die aktuellen Konjunktur-
und Inflationssorgen an. Insofern sind die Zinsentscheidungen in
Japan, Europa und den USA in dieser Woche von besonderem Interesse.
In Japan blieb der Leitzins unverändert, wie die Bank of Japan am
Dienstag mitteilte. Am Mittwoch folgt die US-Notenbank (Fed). Für
Donnerstag sind dann die Sitzungen der EZB und der Bank of England
anberaumt. "Suchen dürften die Anleger nach Hinweisen, ob die
bislang abwartende Haltung vieler Notenbanken beibehalten wird oder
ob Zinserhöhungen für eine der nächsten Sitzungen signalisiert
werden", schrieb Commerzbank-Experte Alexander Krämer.
Eine Senkung der Jahresziele von Qiagen setzte die
Papiere des Labordienstleisters und Diagnostikanbieters mit minus 7
Prozent massiv unter Druck. 2026 haben sie damit schon fast 22
Prozent verloren. Ein Händler warnte am Morgen vor weiteren
Verlusten trotz des bereits niedrigen Kursniveaus, da das Wachstum
nahezu vollständig abhandengekommen sei. Im ersten Quartal war der
Umsatz um ein Prozent gesunken.
Die Aktien von Bayer reagierten mit einem
Kursrückgang von 2,8 Prozent auf eine Anhörung vor dem obersten
US-Gericht im Verfahren um milliardenschwere
US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten. Damit zehrten sie ihr mageres
Kursplus im bisherigen Jahresverlauf nahezu komplett auf. Eine
Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im Fall "Durnell" wird für
Ende Juni 2026 erwartet. Bayer macht sich Hoffnung, dass ein
positives Grundsatzurteil dabei helfen könnte, das teure Thema in
absehbarer Zeit abschließen zu können. Während der Markt die
Anhörung negativ sieht, war der Tenor unter Experten bislang neutral
bis positiv.
Die Titel der Deutschen Börse legten nach
Quartalszahlen und bestätigten Jahreszielen um 0,5 Prozent zu. Der
Börsenbetreiber verdiente im ersten Jahresviertel dank guter
Geschäfte rund um Finanzmarkt-Produkte deutlich mehr. Finanzchef
Jens Schulte sieht den Konzern damit "voll auf Kurs", die
Jahresziele für 2026 zu erreichen. Die höhere Ergebnisdynamik dürfte
sich fortsetzen, schrieb Analyst Roland Pfänder von der
Investmentbank Oddo BHF. Die Resultate hätten die Erwartungen
übertroffen.
Die Papiere von Henkel fielen - rein optisch - um
1,56 Euro auf 62,48 Euro. Sie werden am Dienstag mit einem
Dividendenabschlag von 2,07 Euro je Aktie gehandelt./edh/stk