Ökonom Fratzscher: Deutschland sollte wegen Krise Gold verkaufen
Deutschland sollte nach Meinung des Ökonomen Marcel Fratzscher angesichts der aktuellen Krise einen Teil seiner Goldreserven verkaufen. "Die deutschen Goldreserven haben einen Wert von heute knapp 440 Milliarden Euro", sagte Fratzscher, der das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin leitet, dem Nachrichtenportal "t-online". "Das ist ein riesiges Sparschwein für Krisen. Einen zumindest kleinen Teil davon sollten wir zur Bekämpfung dieser Krise und zur Entlastung von Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen nutzen." Fratzscher nannte auch die Möglichkeit, den Erlös in die Bildung oder die Infrastruktur zu investieren.
Mehr als 3000 Tonnen Gold
Die Goldbestände der Deutschen Bundesbank von 3.350 Tonnen sind weltweit die zweitgrößten nach denen der USA. 1.710 Tonnen davon werden in Frankfurt gelagert, 1.236 Tonnen in New York und 404 Tonnen in London. "Das Gold wird von der Bundesbank verwaltet", schränkte Fratzscher ein. "Selbst ein Bundeskanzler kann nicht einfach sagen: Ihr müsst jetzt das Gold verkaufen." Dennoch sprach er sich dafür aus, mit dem "Tabu" zu brechen, diese Reserven anzutasten.
Sprit sparen durch autofreie Sonntage
Fratzscher kritisierte, dass der Bund die Steuern auf Kraftstoffe wegen der gestiegenen Ölpreise senkt. "Durch den Tankrabatt reduzieren die Deutschen ihr Autofahren nicht ausreichend, obwohl das dringend nötig wäre", sagte der Ökonom. "Wir haben im Augenblick weltweit zehn bis fünfzehn Prozent weniger Öl und Gas." Der DIW-Chef sprach sich erneut dafür aus, den Verbrauch durch autofreie Sonntage und Tempolimits zu senken./bf/DP/zb
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AXC0008 2026-04-26/06:22