Wiener Börse (Mittag) - Nahost-Sorgen und Dividenden belasten ATX / AT&S setzen Rekordrally fort - BAWAG und Post ex Dividende
Die Wiener Börse hat vor dem Wochenende noch einmal nachgegeben. Der ATX fiel bis gegen Mittag um 1,25 Prozent auf 5.740,69 Punkte. Neben dem derzeitigen Dauer-Sorgenthema Naher Osten wurde das Börsenbarometer auch von Dividendenabschlägen der BAWAG und der Österreichischen Post belastet. Der ATX Total Return, in dem Ausschüttungen der enthaltenen Aktien miteinberechnet werden, lag nur 0,6 Prozent im Minus.
Für den ATX Prime ging es um 1,24 Prozent auf 2.842,13 Zähler hinab. Im europäischen Umfeld waren ebenfalls überwiegend negative Vorzeichen zu sehen.
Auf Wochensicht deutet sich für den heimischen Leitindex ein Verlust von 3,6 Prozent an. Vergangene Woche hatte der heimische Leitindex noch bei 5.972 Zählern ein neues Allzeithoch gesetzt, bevor mit dem Ausbleiben von Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wieder Ernüchterung einkehrte.
Vor diesem Hintergrund bleibt der Ölpreis der Sorte Brent mit rund 107 US-Dollar je Fass auf dem höchsten Niveau seit Anfang April. Während die USA weiter auf einen geeinten Vorschlag des Iran zur Beilegung des Krieges warten, stocken sie ihre Militärpräsenz in der Region weiter auf. Inzwischen befindet sich ein dritter Flugzeugträger im Nahen Osten.
Ganz vorne im Leitindex standen die AT&S-Papiere mit einem Zuwachs von 7,3 Prozent, womit die Titel des Chip-Zulieferers ein weiteres Rekordhoch erreichten. Nachdem die starke Kursrally zuletzt ins Stocken geraten war, brachte nun ein erfreulicher Quartalsbericht des US-Kunden Intel frischen Rückenwind. Seit Jahresbeginn hat sich der AT&S-Kurs bereits fast verdreifacht.
Moderatere Zuwächse verzeichneten die Öl- und Versorgeraktien. Verbund und OMV gewannen jeweils bis zu 0,6 Prozent. Schwäche zeigten hingegen die energieintensiven Industrietitel, wobei voestalpine um 3,6 Prozent absackten. Abgaben gab es auch in anderen konjunktursensiblen Werten wie Banken oder Bauaktien.
BAWAG und Österreichische Post lagen mit Abschlägen von vier respektive fünf Prozent am unteren ATX-Ende. Nach Berücksichtigung der Dividendenausschüttungen tendierten die Titel hingegen kaum verändert.
spa/rst
ISIN AT0000999982