ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Märkte im Minus - Iran-Unsicherheit bleibt hoch
Die europäischen Aktienmärkte haben
am Mittwoch vor dem Hintergrund der unklaren Situation im Iran-Krieg
nachgeben. US-Präsident Donald Trump hatte die Waffenruhe mit dem
Iran in der Nacht zwar überraschend verlängert, die Blockade der
iranischen Häfen geht aber weiter. "Ein Ende des Krieges ist nicht
in Sicht", sagte Christian Henke, Analyst vom Broker IG Markets. Die
Ölpreise legten im Tagesverlauf zu.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 beendete den
Handel 0,41 Prozent tiefer bei 5.906,22 Punkten, was den niedrigsten
Stand seit mehr als einer Woche bedeutete. Außerhalb des Euroraums
gab der schweizerische SMI um 0,51 Prozent auf
13.067,63 Zähler nach. Der britische FTSE 100 verlor
0,21 Prozent auf 10.476,46 Punkte.
Während die europäischen Börsen Verluste verzeichneten, legten die
Märkte in New York zu. Der Nasdaq 100 stellte am Mittwoch gar erneut
einen Rekord auf. Laut Marktbeobachter Andreas Lipkow vom Broker CMC
Markets preisen die Anleger ein, dass die europäische Wirtschaft von
den gestiegenen Energiepreisen stärker getroffen werde als die der
USA. Dort greifen die Anleger derzeit wieder verstärkt bei
Technologiewerten zu.
Führend in der Sektorwertung waren einmal mehr die Öl- und Gaswerte
. Zum Thema wurde, dass Russland ab dem 1. Mai nach
Regierungsangaben kein Öl aus Kasachstan mehr durch seine Pipeline
Druschba nach Deutschland leiten wird. Der kasachische
Energieminister Jerlan Akkenschenow sah einen möglichen Zusammenhang
mit den jüngsten ukrainischen Angriffen auf Anlagen der russischen
Ölindustrie.
ABB gehörten mit 3,4 Prozent Aufschlag und einem
Rekordhoch zu den gefragten Werten. Die am Morgen vorgelegten
Quartalszahlen waren deutlich besser als erwartet ausgefallen. Der
starke Auftragseingang war dabei laut Analysten der zentrale
Kurstreiber. Die Titel des Konkurrenten Schneider Electric
verzeichneten im Kielwasser davon leichte Gewinne.
Akzo Nobel stiegen nach der Vorlage von Zahlen zum
ersten Quartal um 2,6 Prozent. Die Analysten von JPMorgan sprachen
von einem besser als erwarteten Zahlenwerk des Farbenherstellers.
Zudem sei der Ausblick auf das zweite Quartal und das Gesamtjahr
nicht so schwach wie befürchtet gewesen.
ASM International sprangen um 7,1 Prozent nach oben.
Hier wurde auf deutlich besser als erwartet ausgefallene Zahlen und
den Ausblick des niederländischen Halbleiterausrüsters verwiesen.
Gemeinsam mit der Nasdaq-Rally wurden davon auch andere Titel aus
dem Halbleitersegment wie ASML gestützt.
Der Nahrungsmittelsektor profitierte von den Gewinnen von Danone
, die um 2,5 Prozent zulegten. Jefferies-Analyst David
Hayes sprach von einer erfreulichen Umsatzentwicklung auf
Konzernebene. Der Analyst hob zudem die sich verbessernde Dynamik in
den USA und die übertroffenen Prognosen in China hervor.
Aktien von Reckitt gaben dagegen um 4,6 Prozent nach.
Der Konsumgüterkonzern hatte für das erste Quartal aufgrund einer
schwachen Erkältungs- und Grippesaison in den USA sowie
Lieferengpässen im Nahen Osten einen geringeren Umsatz als erwartet
verzeichnet./tih/he