ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Leichte Verluste - Kaum Fortschritte in Nahost
Mangels echter Fortschritte im Iran-Krieg
haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte
vorsichtig agiert. Der Dax bewegte sich im späten
Handel leicht abwärts und schloss mit einem Minus von 0,31 Prozent
bei 24.194,90 Punkten. Der Leitindex hielt sich damit aber noch
knapp über der 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend. Der
MDax mit den mittelgroßen Werten verlor am Mittwoch
0,55 Prozent auf 31.176,64 Zähler.
Auch die anderen wichtigen Börsen in Europa tendierten moderat
abwärts. Der EuroStoxx büßte rund 0,4 Prozent ein.
Die Leitindizes an den Handelsplätzen in Zürich und London
verbuchten Verluste von 0,5 beziehungsweise 0,2 Prozent. In New York
hingegen zeigte sich der Dow Jones Industrial zum
europäischen Börsenschluss mit einem Plus von 0,7 Prozent in guter
Verfassung.
Dass US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe mit dem Iran am Vortag
überraschend einseitig für verlängert erklärte, nahmen die Anleger
zur Kenntnis. Ein Kurstreiber war es nicht, auch weil die
US-Seeblockade iranischer Häfen wohl fortgesetzt wird. Für etwas
Belastung sorgte, dass die Ölpreise nach dem deutlichen Anstieg vom
Vortag trotz des ausgedehnten Waffenstillstands weiter nach oben
kletterten.
"Die Lage wirkt aktuell äußerst paradox", schrieb Analyst Maximilian
Wienke von der Handels- und Investmentplattform eToro. Trump
verlängere die Waffenruhe mit dem Iran auf unbestimmte Zeit,
gleichzeitig bleibe die Straße von Hormus blockiert. Damit bestünden
Angebotsengpässe bei Öl, Gas und Dünger fort. "Die grundlegenden
wirtschaftlichen Probleme sind also keineswegs gelöst", so Wienkes
Fazit.
Im Dax standen die Aktien der Deutschen Telekom im
Fokus. Der Konzern erwägt einem Bericht der Nachrichtenagentur
Bloomberg zufolge eine vollständige Kombination mit seiner
US-Mobilfunktochter T-Mobile US . Marktteilnehmer
sehen das skeptisch, wie das Kursminus von 4,8 Prozent zeigte. Damit
war die Telekom das Schlusslicht im Dax. Die regulatorischen Hürden
für einen möglichen Zusammenschluss seien erheblich, gaben die
Analysten von Bernstein Research zu bedenken. Ohne einen deutlichen
Aufschlag auf die Bewertung dürften die Aktionäre von T-Mobile US
zudem kaum damit einverstanden sein, hieß es weiter.
Ganz vorne im Dax stiegen Siemens Energy auf ein
Rekordhoch und gewannen letztlich 6,9 Prozent. Als Treiber erwies
sich die jüngste Geschäftsentwicklung des schweizerischen
Technologiekonzerns ABB , der im ersten Quartal den
Umsatz deutlich gesteigert und beim Auftragseingang spürbar zugelegt
hatte.
Für die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon
ging es um 3,5 Prozent hoch. Sie profitierten von einem überraschend
guten Ausblick des niederländischen Konkurrenten ASM International
.
Die Anteilscheine von Tui gerieten nach gesenkten
Jahreszielen unter Druck. Die Papiere des Reisekonzerns verloren als
schwächster MDax-Wert 3,5 Prozent. Die Aussicht auf mehr Gewinn im
laufenden Jahr trieb dagegen die Aktien des Düngemittelherstellers
K+S mit einem Plus von mehr als 8,7 Prozent an die
Indexspitze.
Die Titel des Spezialchemiekonzerns Wacker Chemie
setzten ihren starken Lauf der vergangenen Wochen mit einem
Kursaufschlag von 4,6 Prozent fort. Damit erklommen sie den höchsten
Stand seit Juli 2024 und bauten ihre Plus im laufenden Jahr auf fast
42 Prozent aus./edh/he