ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax dreht ins Minus - Steigende Ölpreise
Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag seine
moderate Aufwärtsbewegung nicht halten können und ist am Nachmittag
ins Minus abgedriftet. Gründe für die Talfahrt waren steigende
Ölpreise und Anleihenrenditen im Zusammenhang mit der Nahost-Krise.
Händler verwiesen auf eine zunehmende Nervosität der Anleger vor
möglichen weiteren Verhandlungen zwischen den USA und Iran
angesichts der bald auslaufenden Waffenruhe.
Der Dax schloss 0,60 Prozent tiefer bei 24.270,87
Punkten. Am Vormittag hatte er noch um bis zu 0,8 Prozent zugelegt.
Der MDax mit den mittelgroßen Werten verlor letztlich
0,50 Prozent auf 31.347,93 Zähler.
Europaweit präsentierten sich die wichtigsten Börsen in noch
schwächerer Verfassung. Der EuroStoxx büßte rund 0,9
Prozent ein. Die Leitindizes an den Handelsplätzen in Zürich und
London verbuchten Verluste von jeweils mehr als einem Prozent. In
New York zeigte sich der Dow Jones Industrial zum
europäischen Börsenschluss rund 0,2 Prozent im Minus.
Vor möglichen weiteren Gesprächen mit dem Iran in Pakistan sieht
US-Präsident Donald Trump sein Land in einer starken
Verhandlungsposition. Das Land habe keine andere Wahl, als Vertreter
für weitere Gespräche mit einer US-Delegation zu schicken, sagte
Trump dem Sender CNBC. Er rechne mit einem "großartigen Deal". In
dem Gespräch bekräftigte Trump, dass die USA ihre Seeblockade
iranischer Häfen erst aufheben werden, wenn es ein "finales
Abkommen" gebe.
Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, dass Streitkräfte
vergangene Nacht einen Öltanker geentert haben, der zuvor von den
Vereinigten Staaten wegen Zusammenarbeit mit dem Iran mit Sanktionen
belegt worden war. Die USA würden weltweit Maßnahmen ergreifen, "um
illegale Netzwerke zu zerschlagen und sanktionierte Schiffe
abzufangen, die dem Iran materielle Unterstützung leisten - wo auch
immer sie operieren", hieß es.
Neben der politischen Großwetterlage wurden die Kurse einzelner
Aktien auch durch unternehmensspezifische Einflüsse bewegt. So
gewannen Salzgitter am Handelsende 3,1 Prozent. Der
Stahlkonzern hatte nach einem starken ersten Quartal seine
Ergebnisziele für 2026 angehoben. Die Entwicklung sei maßgeblich auf
den Beitrag der Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis
zurückzuführen, teilte das Unternehmen mit. Neben dem operativ
erwarteten Ergebnisanteil sei diese überwiegend durch hohe
Bewertungseffekte aus Metallpreisen positiv beeinflusst worden.
Ermittler nahmen bei einer Tochterfirma der Deutschen Telekom
und bei einem Bauunternehmen eine Razzia vor. In dem
Ermittlungsverfahren gegen zehn Beschuldigte geht es um
"Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr in einem
besonders schweren Fall". Ein Telekom-Sprecher bestätigte, dass der
Arbeitsplatz eines Mitarbeiters der Telekom Technik GmbH durchsucht
worden sei. Die Telekom selbst habe den Fall zur Anzeige gebracht.
Für die T-Aktie ging es um 2,6 Prozent nach unten.
Die US-Investmentbank Goldman Sachs rät bei den
Papieren von Allianz bei einem von 410 auf 450 Euro
angehobenen Kursziel zum Kauf. Analyst Andrew Baker betonte die
robuste Gewinnentwicklung des Versicherers. Die Allianz-Aktien
legten als einer der stärksten Dax-Werte um 1,4 Prozent zu und
bewegten sich damit in Richtung ihres Rekordhochs aus dem Jahr 2000.
Die Anteile von Beiersdorf fielen dagegen nach
Umsatzzahlen um 3,5 Prozent. Der Konsumgüterkonzern habe die bereits
gedämpften Erwartungen verfehlt, hieß es von der kanadischen Bank
RBC mit Verweis auf das überraschend schwache Wachstum der Marke
Nivea.
Die Papiere von Sartorius reagierten positiv auf die
Quartalszahlen des US-Life-Science- und Diagnostikkonzerns Danaher
. Die Papiere kletterten auf den höchsten Stand seit
Ende Januar und gewannen letztlich 2,0 Prozent.
Redcare Pharmacy legten um 4,0 Prozent zu. Im Handel
wurde zur Begründung auf die Diskussion über höhere Zuzahlungen von
Patienten als Teil einer deutschen Kassenreform hingewiesen. Sollte
diese politisch umgesetzt werden, dürften Patienten verstärkt auf
preisgünstigere Alternativen zur klassischen Apotheke setzen, hieß
es.
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 verkauft das
Creator-Business in Nordamerika unter der Marke Studio71 US. Käufer
sei Fixated LLC, teilte der Medienkonzern am Dienstag mit. Über den
Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Die
Nachricht bewegte den Aktienkurs kaum. Das Papier schloss mit einem
Plus von 0,4 Prozent./edh/he