Aktien New York Ausblick: Moderate Gewinne - Lage in Nahost sorgt für Vorsicht
Am US-Aktienmarkt werden am Dienstag zum
Handelsstart moderate Gewinne erwartet. Angesichts der unsicheren
Lage in Nahost dominiert - wie bereits zum Wochenstart - die
Vorsicht. Nach wie vor wird auf eine zweite Gesprächsrunde zwischen
den USA und dem Iran gehofft, weshalb auch die Ölpreise etwas
nachgaben. Zur freundlich stabilen Stimmung dürften zudem die im
März kräftiger als erwartet gestiegenen Einzelhandelsumsätze
beitragen.
Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial rund
eine Stunde vor dem Börsenstart 0,5 Prozent höher bei 49.710
Punkten. Noch am Freitag hatte der bekannteste Wall-Street-Index
sich wieder deutlich seinem Rekordhoch aus dem Februar angenähert.
Der Nasdaq 100 wird 0,3 Prozent höher auf 26.680
Zählern erwartet. Sowohl der Technologie-Auswahlindex als auch der
marktbreite S&P 500 hatten am Freitag Höchststände
erklommen.
"Die Börsen preisen weiterhin ein Ende des militärischen Konfliktes
und eine schrittweise Normalisierung der Energiemärkte ein",
kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.
Es wird allgemein erwartet, dass der Iran neue Verhandlungen mit den
USA in Islamabad eingehen wird. Die Gespräche sollen noch vor dem
Auslaufen der derzeitigen Waffenruhe stattfinden, berichtete die
Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise. Aktuell
allerdings warf US-Präsident Donald Trump dem Iran vor, die
Waffenruhe mehrfach gebrochen zu haben.
Sollten die Konfliktparteien keine neue Vereinbarung treffen, könnte
der Krieg erneut losbrechen, denn dann läuft die Feuerpause aus.
Trump hatte eine Verlängerung ohne handfesten Deal als "sehr
unwahrscheinlich" bezeichnet. Zugleich machte der iranische
Außenminister Abbas Araghtschi den USA zwar Vorwürfe, schloss aber
eine neue Verhandlungsrunde nicht explizit aus.
Unter den "glorreichen Sieben" dürften Apple und
Amazon besonders im Blick stehen. Apple gaben
vorbörslich um 0,4 Prozent nach. Der iPhone-Hersteller hatte am
Vorabend bekannt gegeben, dass Hardware-Chef John Ternus am 1.
September den seit nunmehr 15 Jahren als Vorstandschef agierenden
Tim Cook ablösen wird. Cook wird Vorsitzender des Verwaltungsrates.
Analysten sahen dies positiv. So werde mit dem Wechsel die
Kernstrategie und -vision des Unternehmens wohl beibehalten, doch
das Potenzial für langfristige Veränderungen steige, schrieb etwa
Morgan-Stanley-Analyst Eric Woodring.
Amazon gewannen vorbörslich 2,6 Prozent. Mit einer weiteren
Milliarden-Investition vertieft der Tech-Konzern und Online-Händler
seine Allianz mit dem OpenAI-Rivalen Anthropic. In einem ersten
Schritt wird Amazon 5 Milliarden Dollar (4,2 Mrd. Euro) in den
Entwickler des KI-Chatbots Claude stecken, in weiteren Schritten
könnten es bis zu 20 Milliarden Dollar mehr werden.
Im Dow dürften zudem mit Quartalszahlen UnitedHealth
und 3M Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der größte
US-Krankenversicherer ist inmitten seines krisenbedingten
Schrumpfkurses überraschend stark in das neue Jahr gestartet. Zudem
wurde das Management auch für das Gesamtjahr optimistischer. Die
Aktie sprang vorbörslich um 7,8 Prozent hoch. Das Papier von 3M gab
nach vorgelegten Quartalszahlen zugleich um 3,2 Prozent nach. Der
Hersteller von Post-it-Haftnotizen, Schutzausrüstung und
Autopflegeprodukten verfehlte mit seinem bereinigten Wachstum aus
eigener Kraft die Markterwartungen.
Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern RTX hob zur
Zahlenvorlage seine Jahresziele für Umsatz und Gewinn an, was der
Aktie zu einem vorbörslichen Plus von 2,5 Prozent verhalf. Um 3,6
Prozent stieg zudem die Aktie von GE Aerospace, denn auch der
Hersteller von Flugzeugtriebwerken ist etwas optimistischer für das
Gesamtjahr geworden. Er sieht das Jahresergebnis je Aktie nun am
oberen Ende seiner Prognosespanne.
Qiagen -Konkurrent Danaher hob sein Ergebnisziel für 2026 an, was der Aktie ein
vorbörsliches Plus von 0,5 Prozent bescherte. Das Analysehaus
Jefferies lobte vor allem die überraschend starken Margen im ersten
Quartal sowie das Ergebnis je Aktie, bemängelte allerdings die
verfehlten Umsatzerwartungen./ck/jha/