Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert 1,58 Prozent / Sorge um Entwicklung im Iran-Krieg - Schwacher Bankensektor belastet heimischen Leitindex
Nach der Erholung am Ende der vergangenen Woche zeigt die Entwicklung auf den europäischen Aktienmärkten am Montag angesichts neuer Spannungen in der Straße von Hormuz nach unten. Die Feierlaune der Anleger vom Freitag weicht der Katerstimmung. Auch der Wiener Aktienmarkt startete zum Wochenauftakt mit Verlusten. Der heimische Leitindex ATX notierte zu Mittag bei einem Minus von 1,58 Prozent auf 5.863,40 Punkten. Der ATX Prime verlor 1,59 Prozent auf 2.900,33 Zähler.
Die Sorge vor einem Scheitern der Feuerpause zwischen den USA und dem Iran wuchs am Montag. Grund dafür ist nach der Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiffs durch die Amerikaner die Drohung Teherans mit Vergeltung. Außerdem lehnte die iranische Regierung eine neue Verhandlungsrunde ab, die Washington vor dem Auslaufen der Feuerpause am Dienstag anstoßen wollte. Infolge dessen stiegen die Ölpreise an. Marktteilnehmer befürchten eine anhaltende Störung des Schiffsverkehrs im Persischen Golf.
Die neuen Spannungen drohen die Schwankungsintensität zu Beginn der neuen Woche abermals zu erhöhen, meinte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst Consorsbank. "Anleger sehen eine erneute Schließung der Straße von Hormuz als Teil der Verhandlungen, und niemand rechnet damit, dass diese ohne Wendungen und Rückschläge auskommen werden." Solange jedoch der Iran auf Schiffe feuere und das ungewisse Fristende des Waffenstillstands näher rücke, wird die Nervosität auf dem Parkett nicht abnehmen.
Der Kautschuk- und Gummispezialist Semperit teilte am Freitagabend mit, ein gutes erstes Quartal 2026 zu erwarten. Allerdings bleibe die Prognose für das Gesamtjahr unverändert. Demnach soll das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) im ersten Quartal mit rund 26 Mio. Euro nur wenig unter dem Ergebnis des 4. Quartals 2025 (27,4 Mio. Euro) liegen, damit aber wesentlich besser ausfallen als das besonders schlechte Vorjahresquartal (11,1 Mio. Euro).
Die Guidance für das Gesamtjahr 2026 mit einem operativen EBITDA (vor Projektkosten von rund 5 Mio. EUR) von rund 95 Mio. Euro bleibe aufrecht, heißt es. Allerdings seien "mögliche Engpässe bei Verfügbarkeiten von Rohstoffen" darin nicht abgebildet. Warburg-Analysten beließen ihre Kaufempfehlung "Buy" für Semperit, erhöhten aber das Kursziel von 21,00 auf 22,00 Euro. Die Semperit-Aktie notierte unverändert bei 14,95 Euro.
In einem schwachen europäischen Bankensektor zeigten sich auch RBI (-3,81 Prozent), Erste Group (-3,41 Prozent) und BAWAG (-1,62 Prozent) mit deutlichen Abgaben. Auch der Reise- und Freizeitsektor geriet unter Druck. Do&Co-Werte gaben um 3,94 Prozent nach. Am ATX-Enden fanden sich auch die Aktien von voestalpine, die um 4,09 Prozent fielen. Die Werte des Luftfahrtzulieferers FACC verbilligten sich um 5,16 Prozent, nachdem sie am Freitag noch um 7,59 Prozent zugelegt hatten.
An der Spitze des heimischen Leitindex lagen die Aktien von OMV (+2,12 Prozent) und von Verbund (+1,55 Prozent). Überflügelt wurden diese nur von AT&S. Die Aktien des steirischen Leiterplattenherstellers kennen weiterhin kein Halten und verteuerten sich um 4,37 Prozent.
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