ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Stark ins Wochenende - Straße von Hormus offen
Die Nachricht von der Öffnung der Straße von
Hormus hat am Freitag die Anleger in Jubelstimmung versetzt und den
US-Aktienmarkt weiter in die Höhe getrieben. Der US-Iran-Konflikt
verliert damit etwas an Schärfe, Konjunktur- und Inflationssorgen
wurden gedämpft. Die Ölpreise und die Renditen sackten ab. Durch die
Meerenge verläuft eine wichtige Handelsroute für die Weltwirtschaft,
die wegen des Iran-Kriegs zuletzt weitgehend blockiert war.
Die Straße von Hormus "wird für die verbleibende Dauer des
Waffenstillstands für alle Handelsschiffe vollständig geöffnet",
hatte der iranische Außenminister Abbas Araghchi in einem Beitrag
auf der Plattform X mitgeteilt. US-Präsident Donald Trump hält
jedoch an seiner Seeblockade für Schiffe mit einem iranischen Hafen
als Start oder Ziel fest. Diese solle bestehen bleiben, bis die
Verhandlungen mit Teheran abgeschlossen seien, schrieb er auf seiner
Plattform Truth Social.
Der technologielastige Nasdaq 100 sowie der
marktbreite S&P 500 schraubten nach den Meldungen
ihre jüngsten Rekorde weiter hinauf. Zum Handelsschluss stieg der
Nasdaq 100 um 1,29 Prozent auf 26.672,43 Punkte und verbuchte damit
ein Wochenplus von 6,2 Prozent. Neben geopolitischen
Entspannungssignalen sorgte während der Woche auch Optimismus mit
Blick auf Technologien rund um Künstliche Intelligenz für Auftrieb.
Der S&P 500 gewann am Feitag 1,20 Prozent auf 7.126,06 Zähler, womit
sich auf Wochensicht ein Plus von 4,5 Prozent ergibt.
Für den Dow Jones Industrial ging es am Freitag um
1,79 Prozent auf 49.447,43 Punkte hoch. Das Wochenplus beläuft sich
auf 3,2 Prozent. Im Gegensatz zur Nasdaq und zum S&P 500 hat der
US-Leitindex bis zu seinem Rekord bei über 50.500 Punkten noch etwas
Luft.
Unter den Magnificent 7 verbuchten Apple und Tesla
Aufschläge von 2,6 beziehungsweise 3 Prozent. Die
Anteile des iPhone-Herstellers profitierten von einer Hochstufung
durch BNP Paribas von "Neutral" auf "Outperform". Die Papiere des
E-Fahrzeugproduzenten ließen die 200-Tage-Linie für den
längerfristigen Trend hinter sich, nachdem sie im Wochenverlauf
bereits ihren Abwärtstrend seit Ende des vergangenen Jahres geknackt
hatten.
Ölaktien gerieten mit den fallenden Ölpreisen unter
Druck: Chevron , ExxonMobil und
ConocoPhillips verloren zwischen 2,2 und 4,6 Prozent.
Konsumwerte legten mit der Aussicht auf eine geringere Inflation zu.
Im Dow verbuchten die Anteile der Baumarktkette Home Depot
Kursgewinne von 3,6 Prozent. Procter & Gamble
schlossen 2,7 Prozent fester.
Papiere von Fluggesellschaften wie United Airlines ,
American Airlines , Delta Air Lines und
Southwest gewannen zwischen 2,6 und 7,2 Prozent. Die
fallenden Ölpreise senken die Kerosinkosten. Zudem verringert sich
das Risiko, dass die Airlines Flugzeuge stilllegen müssen. Noch am
Vortag hatte die Internationale Energieagentur (IEA) gewarnt, dass
Flugzeugtreibstoff knapp werden könnte.
Die Netflix -Aktien sackten nach der Veröffentlichung
eines enttäuschenden Ausblicks um 9,7 Prozent ab. Der
Streamingkonzern hatte für das laufende Quartal weniger operativen
Gewinn in Aussicht gestellt als von Analysten erwartet. Sie waren
von höheren Gewinnen nach der Aufgabe von Netflix im Bieterkampf um
das Hollywood-Urgestein Warner Brothers ausgegangen.
Einige Investoren hätten außerdem auf größere Aktienrückkäufe und
ein höheres Margenziel im Gesamtjahr gehofft, was nun aber beides
ausbleibe, schrieb die Citigroup.
Alcoa konnte mit Quartalszahlen nicht überzeugen. Der
Aluminium-Konzern habe die Erwartungen vor allem beim bereinigten
operativen Ergebnis (ber. Ebitda) verfehlt, schrieben die Experten
von JPMorgan. Der Aluminiumabsatz leide neben der Saisonalität unter
anderem auch unter den Folgen des Iran-Kriegs. Die Alcoa-Aktien
büßten 6,8 Prozent ein./ajx/he