Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise steigen / US-Blockade von iranischen Häfen treibt - Goldpreis etwas höher
Die Ölpreise sind am Donnerstag mit der Blockade von iranischen Häfen durch die US-Marine gestiegen. Nachdem sich die Notierungen zur Wochenmitte stabilisiert hatten, legten sie wieder deutlich zu. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Juni kostete 96,61 Dollar und damit fast zwei Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai stieg um 1,15 Prozent auf 92,34 Dollar.
Am Ölmarkt warten die Anleger auf Hinweise, wie es mit den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs weitergeht. Der Rohstoffstratege Warren Patterson von der ING Bank wies darauf hin, dass der aktuelle Waffenstillstand brüchig sei und die Forderungen der USA und des Irans weit auseinanderlägen.
Experten der Commonwealth Bank of Australia wollten nicht ausschließen, dass sich die Störungen am Ölmarkt durch die US-Blockade von iranischen Häfen noch verschärfen könnten. Der Grund dafür ist, dass die Blockade durch die US-Marine rund 3,8 Millionen Barrel Rohöl und Produkte gefährde, die im vergangenen Monat durch die Straße von Hormuz transportiert wurden.
Obwohl die Rohölpreise weiterhin etwa ein Drittel über dem Vorkriegsniveau liegen, befinden sie sich deutlich unter den Höchstständen in den ersten Wochen des Iran-Kriegs. Im März war der Preis für Rohöl der Sorte Brent zeitweise bis auf knapp 120 US-Dollar gestiegen.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gefallen. Wie das OPEC-Sekretariat am Donnerstag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Mittwoch 104,56 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Dienstag hatte der Preis 107,19 Dollar betragen. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Der Goldpreis legte zu. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4.816,79 US-Dollar gehandelt. Das waren 0,53 Prozent mehr als am Vorabend.
spa/ste