Aktien Frankfurt: Dax wenig bewegt nach Vortagserholung
Nach der deutlichen Erholung am Vortag hat dem
Dax am Mittwoch die Kraft für weitere Gewinne
gefehlt. Da eine weitere Gesprächsrunde zwischen dem Iran und den
USA ungewiss ist, scheuten die Anleger eine klare Positionierung.
Am frühen Nachmittag stand der deutsche Leitindex 0,04 Prozent im
Plus bei 24.053 Punkten. Damit behauptete er sich klar über der
Marke von 24.000 Punkten. Für den MDax , den Index der
mittelgroßen Börsenunternehmen, ging es um weitere 0,51 Prozent auf
30.689 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
verlor knapp 0,7 Prozent. In den USA hatte am
Dienstag vor allem die Tech-Börse Nasdaq mit
deutlichen Gewinnen geschlossen. Dort zeichnet sich eine moderat
freundliche Eröffnung ab.
US-Präsident Donald Trump sagte dem US-Fernsehsender Fox News, dass
er den Krieg im Iran kurz vor dem Ende sieht. In Pakistan "könnte in
den nächsten zwei Tagen etwas passieren", hatte er davor der "New
York Post" am Telefon gesagt, ohne weitere Details zu nennen. In
Pakistan war am Wochenende eine erste Verhandlungsrunde zwischen den
USA und dem Iran ohne Ergebnis zu Ende gegangen.
Unbestätigten Medienberichten zufolge könnte bereits am Donnerstag
ein weiteres Treffen folgen. Dass Pakistans Premierminister zu einer
mehrtägigen Reise in andere muslimische Vermittlerstaaten aufbricht,
spricht jedoch gegen eine schnelle weitere Verhandlungsrunde in
Islamabad. Zudem drohte Irans Militärführung angesichts der
US-Seeblockade der Straße von Hormus mit einer Wiederaufnahme von
Angriffen.
"Insgesamt bleibt die Verunsicherung trotz der jüngst gestiegenen
Zuversicht groß", schrieben die Experten der Landesbank Helaba.
"Solange es keine dauerhafte Lösung des Konflikts gibt und die
Straße von Hormus nicht frei befahrbar ist, gibt es keine Grundlage
für eine nachhaltige Markterholung." Auch aus charttechnischer Sicht
gebe es keinen Grund für eine Entwarnung, "da sich der Dax noch
unterhalb wichtiger Widerstände in Form der 55-, 200- und
100-Tagelinie und des letzten Zwischenhochs aufhält".
MDax-Spitzenreiter Aixtron stach nach Zahlen und
einer Prognoseanhebung mit einem Kurssprung von 16,5 Prozent heraus.
Damit waren die Aktien so teuer wie zuletzt im Jahr 2001. Dass der
Chipindustrie-Ausrüster aufgrund der überraschend starken Nachfrage
nach Anlagen für die Optoelektronik im ersten Quartal die
Jahresziele anhob, drängte laut Citigroup-Experte Andrew Gardiner
die leicht enttäuschende Entwicklung zum Jahresauftakt in den
Hintergrund.
Bei Hypoport stand eine weitere Kurserholung um 10,3
Prozent zu Buche. Damit schafften es die Aktien über die für den
kurz- bis mittelfristigen Trend wichtige 50-Tage-Linie. Dass der
Finanzdienstleister über einen lediglich verhaltenen Jahresauftakt
berichtete, ließ die Anleger kalt.
Die Titel von Heidelberger Druck knüpften mit plus
15,4 Prozent an ihre Vortagsrally an. Am Dienstag war die im März
aufgeflammte Rüstungsfantasie wieder aufgewärmt worden, weil das
Unternehmen gemeinsam mit dem amerikanisch-israelischen
Technologie-Partner Onberg Autonomous Systems in Brandenburg an der
Havel den Betrieb aufnahm. Der dortige Standort soll zum führenden
Kompetenzzentrum für Drohnenabwehr und autonome Sicherheitssysteme
ausgebaut werden. Angesichts der Kursdynamik hatten Händler schon am
Vortag auf den verstärkenden Effekt durch Eindeckungen von
Leerverkäufern hingewiesen.
Bei Schaeffler konnten sich die Aktionäre über eine
weitere Erholung der Aktien um 7,2 Prozent freuen. Wie aus einer
Präsentation zu einem Analystencall hervorgeht, rechnet der Auto-
und Industriezulieferer für das erste Quartal mit einem leichten
Anstieg der Ertragskraft. Laut dem US-Analysehaus Jefferies liegt
die avisierte Profitabilität deutlich oberhalb der Erwartungen.
Dagegen litten die Aktien der Lufthansa mit minus 2,8
Prozent unter der anhaltenden Streikwelle. Die Titel des Frankfurter
Flughafenbetreibers Fraport verloren 2
Prozent./gl/jha/