ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax wenig bewegt nach Vortagserholung
Nach der deutlichen Vortagserholung hat dem
Dax am Mittwoch zunächst die Kraft für weitere
Gewinne gefehlt. Die Anleger dürften abwarten, ob es in den
kommenden Tagen tatsächlich eine weitere Gesprächsrunde zwischen dem
Iran und den USA geben wird.
Eine Stunde nach Handelsbeginn stand der deutsche Leitindex 0,04
Prozent tiefer bei 24.044 Punkten. Damit behauptete er sich aber
über der Marke von 24.000 Punkten. Für den MDax , den
Index der mittelgroßen Börsenunternehmen, ging es um weitere 0,58
Prozent auf 30.711 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
verlor knapp 0,4 Prozent.
In den USA hatte am Dienstag vor allem die Tech-Börse Nasdaq
mit deutlichen Gewinnen geschlossen. Auch die
Kurstafeln in Asien zeigten zuletzt ein positives Bild.
US-Präsident Donald Trump sagte dem US-Fernsehsender Fox News, dass
er den Krieg im Iran kurz vor dem Ende sieht. In Pakistan "könnte in
den nächsten zwei Tagen etwas passieren", hatte er davor der "New
York Post" am Telefon gesagt, ohne weitere Details zu nennen. In
Pakistan war am vergangenen Wochenende eine erste Verhandlungsrunde
zwischen den USA und dem Iran ohne Ergebnis zu Ende gegangen.
Unbestätigten Medienberichten zufolge könnte bereits am Donnerstag
ein weiteres Treffen folgen.
"Insgesamt bleibt die Verunsicherung trotz der jüngst gestiegenen
Zuversicht groß", heißt es im Tagesausblick der Landesbank Helaba.
"Solange es keine dauerhafte Lösung des Konflikts gibt und die
Straße von Hormus nicht frei befahrbar ist, gibt es keine Grundlage
für eine nachhaltige Markterholung." Auch aus charttechnischer Sicht
gebe es keinen Grund für eine Entwarnung, "da sich der Dax noch
unterhalb wichtiger Widerstände in Form der 55-, 200- und
100-Tagelinie und des letzten Zwischenhochs aufhält".
MDax-Spitzenreiter Aixtron stach nach Zahlen und
einer Prognoseanhebung mit einem Kurssprung von 13 Prozent heraus.
Damit waren die Aktien so teuer wie zuletzt im Jahr 2001. Dass der
Chipindustrie-Ausrüster aufgrund der überraschend starken Nachfrage
nach Anlagen für die Optoelektronik im ersten Quartal die
Jahresziele anhob, wurde laut einem Händler erst einmal positiv
aufgenommen. Citigroup-Experte Andrew Gardiner war schon vorab davon
ausgegangen, dass der starke Auftragseingang in der Optoelektronik
und der angehobene Umsatzausblick ausreichen, die leicht
enttäuschende Entwicklung zum Jahresauftakt in den Hintergrund zu
drängen.
Bei Hypoport standen eine weitere Kurserholung um 8,2
Prozent zu Buche. Damit schafften es die Aktien über die für den
kurz- bis mittelfristigen Trend wichtige 50-Tage-Linie. Dass der
Finanzdienstleister über einen lediglich verhaltenen Jahresauftakt
berichtete, ließ die Anleger kalt.
Die Titel von Heidelberger Druck knüpften mit plus
15,5 Prozent an ihre Vortagsrally an. Sie blieben damit ein Objekt
der Spekulanten. Am Dienstag war die im März aufgeflammte
Rüstungsfantasie wieder aufgewärmt worden, weil das Unternehmen
gemeinsam mit dem amerikanisch-israelischen Technologie-Partner
Onberg Autonomous Systems in Brandenburg an der Havel den Betrieb
aufnahm. Der dortige Standort soll zum führenden Kompetenzzentrum
für Drohnenabwehr und autonome Sicherheitssysteme ausgebaut werden.
Angesichts der Kursdynamik hatten Händler schon am Vortag auf den
verstärkenden Effekt durch Eindeckungen von Leerverkäufern
hingewiesen. Steigt der Kurs dann plötzlich, können diese
Spekulanten dazu gezwungen werden, ihre auf fallende Kurse
ausgerichteten Positionen aufzulösen.
Bei Schaeffler konnten sich die Aktionäre über eine
weitere Erholung der Aktien um 6,8 Prozent freuen. Eine
Präsentation, die der Auto- und Industriezulieferer vorab zu den
bald erwarteten Quartalszahlen verteilt habe, lasse positive
Rückschlüsse auf die Geschäftsentwicklung zu, schrieb das
US-Analysehaus Jefferies./gl/nas