Bekannter chinesischer Menschenrechtler Yu Wensheng wieder frei
Nach drei Jahren hinter Gittern hat China den Bürgerrechtler und Anwalt Yu Wensheng aus dem Gefängnis entlassen. Er sei nach Peking zurückgekehrt, schrieb seine Frau auf der Online-Plattform X. Die EU habe die Freilassung zur Kenntnis genommen, erklärte ein Sprecher. "Wir befürchten, dass Yu Wensheng nach seiner Freilassung weiterhin Überwachung und Einschränkungen ausgesetzt sein wird", teilte die EU mit. Die EU fordere China auf, alle Rechte und Freiheiten Yus und seiner Frau Xu Yan uneingeschränkt zu achten, hieß es weiter.
Yus Fall hatte auch die Aufmerksamkeit der Bundesregierung auf sich gezogen. Im April 2023 war er mit seiner Frau Xu Yan in Peking während eines Besuchs der damaligen Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) auf dem Weg zum Sitz der EU-Delegation, die unweit der deutschen Botschaft liegt, festgenommen worden.
Internationale Kritik an Urteilen
Die Behörden hatten beiden vorgeworfen, Streit angefangen und Ärger provoziert zu haben - eine Anschuldigung, die immer wieder erhoben wird, um Kritiker mundtot zu machen. Im Oktober 2024 hatte ein Gericht in der ostchinesischen Großstadt Suzhou beide wegen "Anstiftung zu Untergrabung der Staatsgewalt" verurteilt. Xu hatte eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten erhalten, Yu drei Jahre Haft.
Neben den USA hatten damals die EU und Deutschland das Urteil kritisiert. Yu hatte unter anderem politisch heikle Fälle angenommen und stand der Kommunistischen Partei kritisch gegenüber. 2018 wurde er während einer anderen Haftstrafe mit dem Deutsch-Französischen Preis für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit ausgezeichnet, um seinen Einsatz für den Schutz von Menschenrechten zu würdigen./jon/DP/zb
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