Deutsche Börse-News: "Hohes Handelsvolumen bei Öl- und Gas-ETCs" (Rohstoffe)
Von 70 US-Dollar auf fast 120 US-Dollar und dann Richtung 90 US-Dollar - die Ausschläge im Ölpreis sind extrem hoch. Öl- und auch Gas-ETCs werden rege gehandelt. Um Gold und Silber ist es nach dem Höhenflug bis Januar hingegen etwas ruhiger geworden.
10. April 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der Krieg im Iran bestimmt weiter das Marktgeschehen. Ob die in Nacht zum Mittwoch verkündete Waffenruhe anhält, ist ungewiss. Der Ölpreis war aufgrund der Nachricht am gestrigen Mittwoch stark gefallen von 110 US-Dollar gen 90 US-Dollar für das Barrel Brent-Öl. Am Donnerstagmorgen sind es wieder 97 US-Dollar. Vor dem Krieg lag der Preis bei 70 US-Dollar, danach in der Spitze fast bei 120 US-Dollar.
Die weitere Entwicklung hängt nun davon ab, ob aus der Feuerpause ein dauerhafter Frieden wird. Am morgigen Freitag treffen sich Vertreter der USA und Iran in Pakistan. "Gelingt eine Einigung, könnte der Ölpreis schnell in Richtung 70 bis 80 US-Dollar fallen", erklärt Maximilian Wienke vom Online-Broker eToro. Scheiterten die Verhandlungen, rücke hingegen die Marke von 100 US-Dollar wieder in den Fokus.
Öl- und Gas-ETCs: Gerne auch mit Hebel
"Die Volatilität bei Öl und Gas hat zu einem relativ hohen Handelsvolumen geführt, mit Käufen und Verkäufen", berichtet Mobeen Tahir vom Emittenten WisdomTree mit Blick auf die vergangenen vier Wochen. Flüssigerdgas (LNG) steche als am stärksten betroffene Rohstoffsorte hervor, wegen der Schäden am Ras-Laffan-Komplex in Katar. "Die LNG-Märkte werden selbst bei einer raschen Entspannung der Lage wahrscheinlich noch mehrere Jahre angespannt bleiben."
Im ETC-Handel ist viel zu tun. "Umsatzstark ist alles, was mit Öl und Gas zu tun hat", erklärt Frank Wöllnitz von der ICF Bank. Rege gehandelt würden die Brent- und WTI-Tracker von WisdomTree (JE00B78CGV99, GB00B15KXV33) sowie Produkte mit Hebel wie der WisdomTree Natural Gas 3x Daily Leveraged (XS2819843900) und der WisdomTree WTI Crude Oil 2x Daily Leveraged (JE00BDD9Q840). Bei Lang & Schwarz sind Öl und Gas Thema Nummer eins, wie Michael Norizin meldet. Die trading-affine Kundschaft kauft und verkauft Öl- und Gaspreis-Tracker mit Hebel, speziell die dreifach gehebelten Produkte.
Gold- und Silber-ETCs: Abflüsse im großen Stil
Um Gold und Silber ist es nach dem rasanten Preisanstieg bis Januar etwas ruhiger geworden. Der Goldpreis liegt aktuell bei 4.712 US-Dollar die Feinunze nach im Allzeithoch 5.570 US-Dollar. Silber wird zu 73 US-Dollar gehandelt nach im Allzeithoch fast 122 US-Dollar.
WisdomTree meldet für den März hohe Abflüsse aus Edelmetall-ETCs. "Die Märkte haben die Zinsentwicklung neu bewertet, nachdem die US-Notenbank einen eher restriktiven Ton angeschlagen hat", erklärt Mobeen Tahir. Zudem sei Gold in Zeiten allgemeiner Marktangst verkauft worden, um Margin Calls zu erfüllen oder unerwartete Kosten zu decken. Historisch gesehen sei dieses Muster nicht ungewöhnlich. "In Zeiten geopolitischer Spannungen kommt es oft zu einem anfänglichen Rückgang des Goldpreises, bevor eine nachhaltigere Rallye einsetzt", bemerkt er.
Auf Xetra machen Edelmetall-ETCs weiter den mit Abstand größten Anteil am ETC-Umsatz aus. Rege gehandelt werden aktuell Xetra-Gold (DE000A0S9GB0) sowie andere Goldpreis-Tracker, etwa von iShares (IE00B4ND3602) oder Invesco (IE00B579F325). Viel um geht aber auch im WisdomTree Silver 3x Daily Leveraged (IE00B7XD2195). Auch bei der ICF Bank und Lang & Schwarz wird viel auf den Silber-ETC gesetzt, der den Silberpreis mit Hebel 3 abbildet. Der Goldbestand von Xetra-Gold (DE000A0S9GB0) bewegt sich seitwärts auf hohem Niveau: Aktuell sind es knapp 171 nach knapp 173 Tonnen per Jahresende 2025 und 167 Tonnen per Ende 2024.
Iran-Krieg betrifft auch Industriemetalle
Bei den Industriemetallen geht die Entwicklung auseinander. Einige haben sich wegen der geschlossenen Straße von Hormus und drohender Lieferengpässe verteuert. Bei anderen sanken die Preise wegen der schlechteren Konjunkturaussichten. Laut WisdomTree waren die Flows bei Industriemetall-ETCs zuletzt leicht positiv.
Aluminium ist Tahir zufolge sowohl von direkten physischen Schäden als auch von indirekten Einschränkungen betroffen. "Mehrere Hüttenwerke am Golf haben Schäden gemeldet, während andere ihre Produktion aufgrund von Störungen bei der Gasversorgung und der Logistik gedrosselt haben." Der Kupferpreis hat aufgrund der geopolitischen Spannungen und hohen Energiekosten hingegen deutlich nachgegeben. Auf Aluminium wird mit dem WisdomTree Aluminium (GB00B15KXN58) gesetzt, auf Kupfer mit dem WisdomTree Copper (GB00B15KXQ89).
Von Anna-Maria Borse, 9. April 2026 © Deutsche Börse AG
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
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