Devisen (Früh) - Euro bleibt stabil / Warten auf Verhandlungen und US-Inflationsdaten
Der Euro hat sich trotz der brüchigen Waffenruhe im Iran-Krieg auch am Freitag kaum bewegt. In der Früh wurde die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1689 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1685 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8555 Euro. In den Vortagen war die Gemeinschaftswährung nach Bekanntgabe der Waffenruhe zeitweise über die Marke von 1,17 Dollar geklettert.
Nach Beginn einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg soll es ab diesem Freitag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad direkte Gespräche zwischen den USA und dem Iran geben. Ziel ist eine Beendigung des Kriegs, der mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar begonnen hatte.
Dabei kritisierte US-Präsident Donald Trump den Iran für "sehr schlechte Arbeit" bei der vereinbarten Freigabe der Straße von Hormuz - einer Lebensader für den Welthandel. Trump bezog sich auf Berichte, wonach das Land von Tankern Gebühren für die Durchfahrt verlange. Derweil greift Israel weiterhin Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon an.
Der Iran hatte die Straße von Hormuz in Reaktion auf die amerikanisch-israelischen Angriffe blockiert. Der Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf durch die Meerenge kam damit praktisch zum Erliegen. Die Weltmarktpreise stiegen daraufhin steil an, gaben nach Bekanntgabe der Waffenruhe aber wieder ein gutes Stück nach.
Devisenexperte Volkmar Baur von der Commerzbank erwartet inzwischen, dass geopolitische Schlagzeilen am Devisenmarkt zunehmend in den Hintergrund treten, sofern es im Nahen Osten keine erneute Trendwende gibt. Stattdessen dürfte sich der Fokus stärker auf die Folgen des Ölpreisschocks verlagern. In den Blick rücken dabei die US-Verbraucherpreisdaten am Nachmittag, für die wegen gestiegener Benzinpreise ein deutlicher Inflationsanstieg erwartet wird.
spa/rst
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