Wiener Aktienmarkt vorbörslich schwächer erwartet - ATX minus 0,58 % / Waffenruhe im Iran-Krieg scheint brüchig zu sein - Ölpreise legen wieder zu - RBI will Addiko Bank übernehmen
Der Wiener Aktienmarkt dürfte am Donnerstag nach der Vortageskursrally etwas schwächer in den Handel starten. Eine Bankenindikation taxierte den heimischen Leitindex ATX rund 20 Minuten vor Sitzungsauftakt mit einem Minus von 0,58 Prozent. Auch an den europäischen Leitbörsen sollte es nach dem Schub nach oben zur Wochenmitte nun mit den Aktienkursen wieder abwärts gehen.
Am Mittwoch hatte noch die Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg international die Märkte beflügelt und mit der geplanten Öffnung der Straße von Hormuz die Ölpreise in die Tiefe gedrückt. Die Feuerpause im Nahe Osten scheint nun brüchig zu seien und die Rohölnotierungen legten wieder zu.
Andere Einflussfaktoren haben es laut Helaba-Analysten neben den Entwicklungen rund um den Krieg im Nahen Osten schwer, sich Geltung zu verschaffen. Das dürfte auch heute wieder der Fall sein. Vielmehr richtet sich die ganze Aufmerksamkeit auf neue Informationen zur Waffenruhe und zu den anstehenden Friedensgesprächen sowie auf die Frage, wie schnell die Hunderte vor Anker liegenden Tanker den Transport von Öl und Gas wieder aufnehmen können, hieß es weiter von den Experten.
Am heimischen Aktienmarkt rückte auf Unternehmensebene der Bankensektor in den Fokus. Die Raiffeisen Bank International (RBI) plant ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die Addiko Bank AG. Die RBI will den Aktionären 23,05 Euro je Aktie in bar bieten. Dies entspreche einem Aufschlag von 20 Prozent auf den von Experten ermittelten Eigenkapitalwert. Das Angebot ist an eine Annahmequote von über 75 Prozent sowie an behördliche Genehmigungen geknüpft. Am Mittwoch schlossen die Addiko-Aktien bei 26 Euro.
Die OMV veröffentlichte zudem ihren Quartalszwischenbericht. Der Öl-, Gas- und Chemiekonzern hat im ersten Quartal 2026 die Auswirkungen des Iran-Krieges zu spüren bekommen. Die durchschnittliche Fördermenge sank im Vergleich zum Vorquartal von 300.000 auf 288.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (boe/d). Zudem rechnet der Konzern laut dem Trading Update wegen unterbrochener Rohölströme mit einmaligen Absicherungsverlusten von rund 100 Mio. Euro.
Am Mittwoch hatte sich der Wiener Aktienmarkt nach der Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg und daraufhin abrutschenden Ölpreisen mit sehr starken Gewinnen aus dem Handel verabschiedet. Der heimische Leitindex ATX gewann deutliche 4,07 Prozent auf 5.665,08 Einheiten.
Die größten Kursgewinner im prime market am Mittwoch:
DO&CO +14,58% 191,80 Euro voestalpine +10,80% 42,48 Euro FACC +10,77% 14,60 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Mittwoch:
OMV -4,40% 60,80 Euro Verbund -3,13% 65,00 Euro Pierer Mobility -3,04% 15,32 Euro
ste/ger
ISIN AT0000999982