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Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Verlusten / Österreich holt sich über zwei Bundesanleihen 2,3 Mrd. Euro - Krieg USA gegen den Iran könnte nächste Eskalationsstufe erreichen - Rezessionsängste in der Eurozone

Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Dienstagnachmittag mit Kursverlusten gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 2 Basispunkte auf 3,36 Prozent gestiegen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 29 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future fiel um 0,53 Prozent auf 124,94 Punkte.

Die Republik Österreich hat sich am Dienstag über zwei Bundesanleihen 2,3 Mrd. Euro am Markt geholt. Aufgestockt wurden die 10-jährige Benchmark-Anleihe sowie ein siebenjähriges Papier mit einer Restlaufzeit von 4 Jahren. Der Iran-Krieg sorge für ein international volatiles Umfeld, die Nachfrage nach den heimischen Papieren sei dennoch überdurchschnittlich hoch gewesen, sagte ein Sprecher der Oesterreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) zur APA.

"Österreich wird immer noch als 'Safe Haven' (sicherer Hafen, Anm.) wahrgenommen", so der Sprecher weiter. Vor allem mittlere Laufzeiten seien seit Ausbruch des Iran-Kriegs bei den Investoren gefragt, die Nachfrage nach längerfristigen Papieren sei dagegen nicht so groß. Die 10-jährige Anleihe war bei der heutigen Auktion 3-fach überzeichnet, die vierjährige Anleihe verzeichnete eine Bid-Cover-Ratio von 2,48.

International im Fokus steht die Forderung der USA an den Iran, die Straße von Hormuz wieder zu öffnen. Diese Meeresenge ist ein wichtiger Transportweg, nicht zuletzt für Öl und Flüssiggas. Ob es zu einer raschen Einigung oder gar einer Eskalation mit weiter steigenden Ölpreisen kommt, ist unklar. Das Ultimatum läuft am Mittwoch um 2.00 Uhr (MESZ) ab. US-Präsident Donald Trump richtete noch einmal eine schwere Drohung an den Iran. "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er wolle nicht, dass das passiere, aber es werde wahrscheinlich dazu kommen.

Vor diesem Hintergrund steigen auch die Rezessionsängste in der Eurozone weiter. Heute fiel das Stimmungsbarometer für die Eurozone im April um 16,1 Punkte auf minus 19,2 Zähler, wie die Beratungsfirma Sentix zu ihrer monatlichen Umfrage unter 1.047 Anlegern mitteilte. Dies ist das tiefste Niveau seit April 2025. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf minus 9,0 Punkte gerechnet.

Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:

Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten)
2 Jahre     2,77   2,70        0,07                        6
5 Jahre     2,96   2,91        0,04                       16
10 Jahre    3,36   3,34        0,02                       29
30 Jahre    3,87   3,85        0,02                       35

moe/spa

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