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ROUNDUP/Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an

US-Streitkräfte haben Medienberichten zufolge Dutzende militärische Ziele des Irans auf der Insel Charg im Persischen Golf angegriffen. Die Angriffe erfolgten in der Nacht zum Dienstag und am frühen Morgen, wie etwa der US-Sender Fox News unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten meldete.

Angesprochen auf Medienberichte zu den Angriffen sagte US-Vizepräsident JD Vance bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban, dass es seinem Verständnis nach Pläne gegeben habe, militärische Ziele auf der Insel anzugreifen. "Ich glaube, das haben wir getan", fügte Vance hinzu.

Vance: Alle halten sich an die Frist

Der US-Vizepräsident hob hervor, dass die Angriffe keinem Abrücken von dem Ultimatum darstellten, dass US-Präsident Donald Trump Teheran gesetzt hatte. Die Frist für eine Öffnung der vom Iran blockierten Straße von Hormus läuft nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch ab. Sollte es bis dahin kein Einlenken des Irans geben, hat Trump dem Iran mit einer Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen Stunden gedroht.

Trumps Frist werde von den USA und allen anderen eingehalten, betonte Vance. Die USA würden keine Energieanlagen oder Infrastruktur angreifen, bis der Iran einen für die USA akzeptablen Vorschlag für einen Ausweg aus der militärischen Eskalation mache - oder das unterlasse. Der Iran habe bis Dienstagabend 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit Zeit. Er denke daher nicht, dass die berichteten Angriffe auf der Insel Charg eine Änderung der Strategie Trumps bedeuteten.

Bericht: Angriffe richteten sich nicht gegen Irans Öl

Der Sender NBC News berichtete gestützt auf einen US-Beamten, dass es Luftangriffe entlang der Nordseite der für den iranischen Ölexport zentralen Insel gegeben habe, jedoch keinerlei Bodeneinsatz. Die Angriffe richteten sich demnach gegen Militärbunker und Lagerstätten, Luftabwehrsysteme und andere militärische Einrichtungen, nicht aber gegen Irans Öl.

Der Iran hatte zuvor neue Explosionen auf der Insel Charg gemeldet. Die Nachrichtenagentur Mehr berichtete, die Insel werde angegriffen. Dort hatte das US-Militär bereits Mitte März Luftangriffe ausgeführt - und dabei nach eigenen Angaben rund 90 Ziele bombardiert.

Die iranische Insel Charg ist das wichtigste Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Ein großer Teil der Ölproduktion wird von dort verschifft. Im Iran-Irak-Krieg (1980-1988) war Charg wegen seiner strategischen Bedeutung wiederholt Ziel von Angriffen./fsp/DP/he

AXC0179 2026-04-07/16:16

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