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Wiener Börse (Eröffnung) - Trump-Aussagen erden ATX / Heimischer Leitindex verliert 1,5 Prozent - Trump-Rede ohne Neuigkeiten zu Friedensprozess - Verbund und OMV gesucht

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Der Wiener Aktienmarkt hat nach dem Erholungsschub der Vortage am Donnerstag wieder eine Kehrtwende hingelegt. In seiner Rede zum Iran-Krieg äußerte sich US-Präsident Donald Trump nicht wie erhofft zu weiteren Details zum Verhandlungsprozess, sondern bekräftigte stattdessen seine Eskalationsdrohungen. Vor diesem Hintergrund gingen die Anleger vor dem langen Osterwochenende wieder aus dem Risiko.

In den ersten 40 Handelsminuten schwächte sich der ATX um 1,45 Prozent auf 5.398 Punkte ab. Für die Karwoche deutet sich für den österreichischen Leitindex somit noch ein Gewinn von 2,4 Prozent an. Der ATX Prime büßte am Donnerstagvormittag 1,40 Prozent auf 2.679 Zähler ein.

Ähnlich schwach tendierten auch andere europäische Börsenbarometer. Auch abseits der Aktienmärkte kehrten sich viele Vortagesentwicklungen um: Die Ölpreise, der US-Dollar und die Anleiherenditen bekamen wieder spürbaren Auftrieb, während der Goldpreis einknickte.

Trump stellte in seiner Rede zwar erneut ein Ende des Krieges in Aussicht, bekräftigte aber frühere Drohungen. Die USA seien auf dem Weg, alle militärischen Ziele "sehr bald" zu erreichen, sagte Trump. Bis dahin werde es im Iran noch heftige Angriffe geben, potenziell wie schon angekündigt auch gegen Kraftwerke des Landes. "Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen", sagte Trump. In der Zwischenzeit liefen weitere Gespräche. Am Montag, dem 6. April, läuft die von ihm verlängerte Frist zur Zerstörung von Energieanlagen aus, mit der Trump die Öffnung der Straße von Hormuz erzwingen will.

Den ersten Platz im ATX nahmen am Vormittag die Verbund-Anteile mit plus 1,8 Prozent ein. Europaweit zählten Versorgeraktien zu den bevorzugten Branchen, da sie tendenziell zu den Profiteuren höherer Energiepreise zählen. Zudem sehen die Analysten der Erste Group mögliche positive Effekte durch die am Mittwochvormittag von der EU-Kommission vorgeschlagenen Anpassungen des Emissionshandelssystems (ETS), die relativ geringe Änderungen vorsehen würden. Dies könne die CO2-Preise kurzfristig stützen, erwartet Erste-Analyst Petr Bartek, was wiederum positiv für Strompreise und den Verbund wäre. Bartek rechnet jedoch damit, dass einige Mitgliedstaaten auf weitere Änderungen pochen werden.

Gesucht waren zudem die OMV-Aktien, die sich um 1,5 Prozent erholten. Unter den übrigen Schwergewichten verloren BAWAG, Andritz, Erste Group und voestalpine jedoch zwischen 1,4 und 3,4 Prozent. Am unteren ATX-Ende tauchten AT&S um 6,3 Prozent ab, gaben damit aber nur einen Teil ihres 14-Prozent-Kurssprungs vom Vortag ab.

Ansonsten blieb die Meldungslage auf Unternehmensseite bis auf Analystenstudien ruhig. Die Deutsche Bank senkte ihr Kursziel für Lenzing von 25 auf 21 Euro und bestätigte die Halteempfehlung. Lenzing-Titel gaben um 4,5 Prozent auf 22,50 Euro nach.

Inzwischen stufte Erste Group Research CA Immo von "Buy" auf "Accumulate" ab und senkte das Kursziel von 28,0 auf 26,8 Euro. Analyst Christoph Schultes begründete gesenkte Schätzungen mit dem schrumpfenden Portfolio und einem schwierigeren Umfeld für Immobilienaktien. CA Immo standen zuletzt geringfügig tiefer bei 25,22 Euro.

spa/mik

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