ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax startet deutlich erholt in den Monat April
Die Hoffnung auf ein zeitnahes Ende des
Iran-Krieges und damit wieder deutlich rückläufige Ölpreise haben
dem deutschen Aktienmarkt zum Start in den Monat April kräftig
Auftrieb gegeben. Der Dax setzte seine Erholung vom
Wochenanfang mit einem Aufschlag von 2,73 Prozent auf 23.298,89
Punkte fort und hat damit seither wieder um knapp 5 Prozent
zugelegt. Im abgelaufenen Monat März war es für den deutschen
Leitindex wegen des Nahostkriegs und der Ölpreis-Explosion um rund
zehn Prozent abwärts gegangen.
Der MDax mit den mittelgroßen Werten beendete den
Handel am Mittwoch 3,75 Prozent höher auf 29.205,84 Zählern. Gewinne
wurden europaweit und in den USA verbucht. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx gewann 2,93 Prozent auf 5.732,71 Punkte.
Wie US-Präsident Donald Trump sagte, werden die Angriffe der
Vereinigten Staaten im Iran in zwei bis drei Wochen beendet sein. Er
denke, sein Land werde noch "vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein
paar Tage länger" brauchen, sagte Trump. Diese Aussagen drückten die
Ölpreise deutlich, was die Inflationserwartungen dämpfte.
Am Rohstoffmarkt fiel Rohöl der Sorte Brent zur Lieferung im Juni
zeitweise unter die viel beachtete Marke von 100 US-Dollar je Barrel
(159 Liter). Am frühen Abend wurde das Fass mit etwas unter 102
Dollar gehandelt.
Investoren, die zuvor wegen des hohen Ölpreises und der Auswirkungen
auf Konjunktur und Inflation die Reißleine gezogen hatten, kehrten
nun in den Markt zurück, sagte Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow vom
Broker CMC Markets. "Aus Angst, noch ein weiteres Stück der
Erleichterungsrally zu verpassen, werden sie jetzt aktiv und
beschleunigen so die Erholung im Dax." Dennoch ließen Trumps Worte
einmal mehr "Raum für Spekulationen". So hält Lipkow nach wie vor
alles für möglich, "von einer diplomatischen Lösung bis hin zu einer
weiteren Eskalation und dem Einsatz von Bodentruppen im Iran".
Mit Ausnahme der Öl- und Gasbranche legten alle Sektoren in Europa
zu. Chemiewerte, die in jüngster Zeit von Erwartungen profitiert
hatten, dass sich die weltweite Chemikalienversorgung verknappt,
gewannen nur ein wenig. Im Dax gaben BASF als
schwächster Indexwert um 2,8 Prozent nach. Im MDax zählten Lanxess
und Evonik zu den schwächsten Werten.
Im SDax waren der Biosprit-Hersteller Verbio
und der Zuckerkonzern Südzucker unter
Druck. Diese hatten im Zuge des Kriegs in Nahost kräftig zugelegt.
Rheinmetall erholten sich dagegen weiter und stiegen
um 9,5 Prozent. Auftrieb gab eine Studie von Goldman Sachs. Die
US-Bank setzte das Papier auf ihre "European Conviction List", eine
Liste für besonders aussichtsreiche Werte in Europa. Für Analyst Sam
Burgess ist das Rüstungsunternehmen aus Düsseldorf die Nummer eins
in der Branche. Rheinmetall profitiere vom europäischen
Aufrüstungszyklus und dies sei nach drei Dekaden vernachlässigter
Investitionen ein strukturelles Thema. Dabei verfüge das Unternehmen
über das richtige Länder-Engagement und - mit Blick auf die größten
Rüstungslücken in Europa - den richtigen Produktmix.
Im MDax legten zudem Renk um 8,2 Prozent und Hensoldt
um 9,4 Prozent zu. TKMS sprangen sogar
um fast 15 Prozent hoch. Letztgenannte Aktie profitierte von einem
Analystenkommentar der Citigroup. Charles Armitage sprach eine
Kaufempfehlung für den U-Boot-Bauer aus.
Die Aktien von Adidas und Puma
stemmten sich gegen den enttäuschenden Ausblick des US-Konkurrenten
Nike . Adidas gewannen 0,2 Prozent. Bei Puma dürften
sich laut Andreas Lipkow neben der allgemein positiven Marktstimmung
auch alte Übernahmefantasien hinzugesellt haben, das Papier stieg um
5,5 Prozent. Bei Nike scheint die Übergangsphase länger zu dauern
als ursprünglich erwartet, wie RBC-Experte Piral Dadhania angesichts
der Aussagen des US-Sportartikelherstellers zum neuen Jahr schrieb.
Gegen den starken Markttrend büßten Nordex 1,5
Prozent ein. Die US-Investmentbank Bank of America hatte angesichts
des starken Kursanstiegs seit Jahresbeginn ihre Kaufempfehlung für
die Aktie des Windturbinen-Herstellers gestrichen./ck/he