Wiener Börse (Mittag) - ATX gewinnt mit Hoffnung auf Kriegsende 2,6 % / AT&S, Erste, RBI sehr fest - Ölwerte schwach - Impulse von US-Daten am Nachmittag erwartet
Die Wiener Börse hat am Mittwoch zu Mittag deutlich zugelegt. Der ATX hielt gegen 12 Uhr mit einem Plus von 2,6 Prozent bei 5.479,44 Punkten. Auch an anderen Börsen in Europa ging es stark nach oben. Der Euro-Stoxx-50, der deutsche DAX, der britische FTSE und der französische CAC-40 verbuchten Gewinne zwischen 1 und 2 Prozent. Angetrieben wurden die Märkte von neuen Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs.
Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump und des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian hatten am Vorabend schon an den US-Börsen für Zuversicht und etwas Entlastung bei den Ölpreisen gesorgt. Medienberichten zufolge forderte Peseschkian "Garantien" für ein Kriegsende. Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte, er stehe im Kontakt mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff. US-Präsident Trump rechnet unterdessen mit einem Ende der Angriffe seines Landes auf den Iran in zwei bis drei Wochen und kündigte eine "wichtige" Rede zum Stand des Krieges in der Nacht auf Donnerstag an.
Besonders stark nach oben ging es im Vormittagshandel mit AT&S. Die Aktien des Leiterplattenherstellers lagen mit einem Plus von 10,3 Prozent ganz oben im ATX. Gut gesucht waren auch die Bankwerte Erste Group und RBI und legten 3,3 bzw. 3,6 Prozent zu. Aktien des Airline-Caterers DO&CO stiegen um 5,3 Prozent. Europaweit fanden sich Aktien der Finanz- und Reisebranche, aber auch einige Technologiewerte unter den größten Gewinnern.
Zu den wenigen Verlierern im ATX zählten die Öl- und Energiewerte. Aktien des Ölfeldausrüsters SBO verloren zuletzt 3,0 Prozent. OMV-Aktien ermäßigten sich um 0,5 Prozent. Auch an deren Börsen in Europa waren Ölwerte die großen Verlierer. Die Rohölpreise kamen nach ihrem jüngsten Höhenflug mit den Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten am Mittwoch deutlich zurück. Der Preis für ein Fass der Referenzölsorte Brent fiel zeitweise unter die Marke von 100 Dollar, zu Wochenbeginn wurde Brent noch mit über 110 Dollar gehandelt.
Lenzing-Aktien verloren nach einer neuen Analysteneinschätzung 3,6 Prozent auf 22,90 Euro. Die Analysten der Berenberg Bank haben ihr Kursziel für die Aktien des heimischen Faserherstellers Lenzing bei 22,5 Euro belassen. Das Anlagevotum "Hold" wurde gleichzeitig bestätigt.
Kursrelevante Unternehmensnachrichten gab es am Vormittag nicht. Auf Konjunkturseite könnten der am Nachmittag anstehenden Einkaufsmanagerindex der US-Industrie für Impulse sorgen. "Regionale Fed-Umfragen fielen uneinheitlich aus und lassen per saldo allenfalls einen leichten Stimmungsrückgang erwarten", schreiben die Analysten der Helaba. Erwartet werden auch Daten zum Arbeitsmarkt vom privaten Jobdienstleister ADP. Von den Zahlen erhoffen Börsianer erste Hinweise auf die Arbeitsmarktentwicklung im März.
moe/mik
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