Rohstoffe - Hoffnung auf Kriegsende lässt Öl- und Gaspreise sinken / Preis der Referenzölsorte Brent fiel zeitweise unter 100 Dollar je Fass - Gaspreis kam zuletzt um 6 Prozent zurück - Goldpreis legt zu
Die Ölpreise haben am Mittwoch mit der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs nach ihrem jüngsten Höhenflug wieder nachgegeben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel am Terminmarkt um 1,2 Prozent auf 102,72 Dollar. Zeitweise war der Brent-Preis sogar unter die Marke von 100 Dollar gerutscht, nachdem die Ölsorte zum Wochenstart noch über 110 Dollar gehandelt wurde. Der Preis für Rohöl der US-Sorte WTI fiel um 1,69 Prozent auf 99,74 Dollar.
Der Preis für europäisches Erdgas ist am Mittwoch mit der Hoffnung auf ein mögliches Ende des Iran-Kriegs weiter deutlich gefallen. An der Börse in Amsterdam sank die Notierung für den richtungsweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat um etwa 6 Prozent auf 47,70 Euro je Megawattstunde (MWh). Bereits am Vortag war der Preis deutlich gefallen, sodass sich Erdgas seit Beginn der Woche um fast 15 Prozent verbilligt hat. Seit dem Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran Ende Februar war der Gaspreis zeitweise stark gestiegen. Im März hatte die Notierung in der Spitze 74 Euro erreicht.
Trump: USA werden ihre Angriffe in 2 bis 3 Wochen beenden
Die USA werden ihre Angriffe im Iran nach Angaben von US-Präsident Donald Trump in zwei bis drei Wochen beendet haben. Er denke, sein Land werde noch "vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tage länger" brauchen, sagte er. Am Ölmarkt wurde allerdings auf die zuletzt widersprüchlichen Aussagen des US-Präsidenten zur möglichen Dauer des Kriegs hingewiesen. In den vergangenen Wochen gab es mehrfach Stellungnahmen, dass ein Iran-Abkommen unmittelbar bevorstehe und Warnungen vor einer Ausweitung des Krieges.
Selbst wenn der Krieg innerhalb von Trumps Zeitrahmen beendet würde, gehen Experten davon aus, dass sich der Warenverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz nicht schnell normalisieren werde. Darüber hinaus wurden Anlagen der Öl- und Gasindustrie in der Region am Persischen Golf beschädigt. Fachleute rechnen daher für einen längeren Zeitraum mit hohen Ölpreisen.
Die USA wollen unterdessen die Öffnung der vom Iran weiterhin blockierten Straße von Hormuz anderen Ländern überlassen. Die USA hätten mit dem Problem - eine Folge des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran - "nichts zu tun", sagte US-Präsident Trump. Ob und wann eine Durchfahrt der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge wieder möglich sein wird, ist jedoch völlig ungewiss. Derweil setzt der Iran gut einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss auf die benachbarten Golfstaaten mit Raketen und Drohnen fort.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gestiegen. Wie das OPEC-Sekretariat am Mittwoch in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Dienstag 123,21 US-Dollar je Barrel (159 Liter) nach 117,14 Dollar am Montag. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Der Goldpreis legte am Mittwochvormittag zu. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) mit 4 721,39 Dollar gehandelt, das sind 1,1 Prozent mehr als am Vortag.
mik/moe