Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Gewinnen / Inflation in der Eurozone steigt - Ölpreise weiter auf hohem Niveau
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Dienstagnachmittag mit Kursgewinnen gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 5 Basispunkte auf 3,33 Prozent gefallen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 31 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future stieg um 0,26 Prozent auf 125,35 Punkte.
In der Eurozone sind neue Inflationsdaten in den Mittelpunkt gerückt. Die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Ölpreise haben die Inflationsrate sprunghaft ansteigen lassen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise im März laut Schnellschätzung der Statistik Austria um 3,1 Prozent zu, im Februar lag die Teuerung noch bei 2,2 Prozent. "Der Anstieg von 0,9 Prozentpunkten geht fast vollständig auf die Preisschübe bei Treibstoffen und Heizöl zurück", erklärte die Behörde. In der Eurozone betrug die März-Inflation im Schnitt 2,5 Prozent.
In Österreich verteuerte sich Energie im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,1 Prozent. Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol kosteten um 2,4 Prozent mehr. "Der wichtigste Inflationstreiber blieben jedoch Dienstleistungen, die im März um 4,5 Prozent teurer wurden, nach einem Preisplus von 4,0 Prozent im Februar", so Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk in einer Aussendung. Details zur Inflationsentwicklung im März gibt die Statistikbehörde Mitte April bekannt. Österreich lag bei der März-Inflation im Eurozonen-Vergleich im Mittelfeld.
Österreichs Budgetdefizit ist besser als geplant, erklärte heute Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ). Das gesamtstaatliche Defizit hat im Vorjahr 4,2 Prozent des BIP betragen und ist damit unter dem vom Finanzministerium eingeplanten Wert von 4,5 Prozent gelegen. Diese von der Statistik Austria am Dienstag präsentierte Zahl ist besser als die 4,6 Prozent des Jahres 2024. Von der von der EU vorgegebenen Maastricht-Grenze von drei Prozent ist man aber weit entfernt. Für heuer strebt die Bundesregierung wieder ein Defizit von 4,2 Prozent an.
Die Ölpreise haben sich am Dienstag trotz Hinweisen auf ein mögliches Ende des Iran-Kriegs auf hohem Niveau gehalten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete zuletzt 118,30 US-Dollar und damit knapp fünf Prozent mehr als am Vorabend. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich Rohöl der Nordseesorte Brent um fast 60 Prozent verteuert. Zeitweise war der Preis bis auf knapp 120 Dollar je Barrel gestiegen.
Laut dem "Wall Street Journal" soll sich US-Präsident Donald Trump gegenüber seinen Beratern bereit erklärt haben, den Krieg im Iran zu beenden. Dies solle geschehen, selbst wenn die strategisch wichtige Straße von Hormuz weiterhin weitgehend gesperrt bleibe. Er kann aber auch anders. Die USA werden nämlich nach seinen Worten Ländern, die bei ihren Öllieferungen von der Straße von Hormuz abhängen, nicht helfen. "Ihr müsst lernen, euch selbst zu verteidigen, die USA werden nicht mehr für euch da sein, genau so, wie ihr nicht für uns da wart", schrieb Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,69 2,71 -0,02 6 5 Jahre 2,91 2,98 -0,07 17 10 Jahre 3,33 3,38 -0,05 31 30 Jahre 3,85 3,87 -0,02 36
moe/spa