ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Erholung trotz Eskalation des Iran-Kriegs
Nach seinen jüngsten Verlusten im
Zuge des Iran-Kriegs hat sich der EuroStoxx 50 am
Montag etwas erholt. Trotz der Eskalation durch den Eintritt der mit
dem Iran verbündeten Huthi-Miliz schaffte der Eurozonen-Leitindex
ein Plus von 0,65 Prozent auf 5.541,79 Punkte.
Dabei halfen Gewinne an der Wall Street, wo der Dow Jones Industrial
von Zukäufen von Schnäppchenjägern profitierte. Hinzu
kamen vage Hoffnungen auf Fortschritte im Krieg im Nahen Osten.
Außerhalb der Eurozone gewann der schweizerische SMI
0,78 Prozent auf 12.668,67 Punkte. Für den britische FTSE 100
ging es um 1,61 Prozent auf 10.127,96 Punkte nach
oben. Er profitierte von seinen schwer gewichteten Öl- und
Rohstofftiteln.
"Alles in allem bleibt die Marktlage schwierig", schrieb Andreas
Lipkow, Chef-Marktanalyst des Handelshauses CMC Markets. Es sei
weiterhin kaum abzuschätzen, wie schnell sich die steigenden
Energiepreise in den Teuerungsraten zeigen würden und wie teuer Öl
noch werden könne. "Eines ist aber sicher: Die zerstörte
Infrastruktur im Nahen Osten wird mit großer Sicherheit einen
schnellen disinflationären Trend verhindern", fuhr der Experte fort.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 gehörten
Versorgertitel sowie die Aktien von Öl- und
Gaskonzernen zu den größten Gewinnern. Sie
profitierten von den weiter hohen Ölpreisen. Auch Rohstoffwerte
waren gefragt.
Beim Ölkonzern Totalenergies hatte eine Meldung der
"Financial Times" über einen Rekordgewinn aus einer Ölwette für
zusätzlichen Auftrieb gesorgt: Die Aktien gewannen gut drei Prozent
und setzten damit ihre Rekordjagd fort. Laut der Zeitung dominierte
das Unternehmen im März den physischen Ölmarkt im Nahen Osten. Es
habe einen Gewinn von über einer Milliarde US-Dollar erzielt,
nachdem es alle im Mai zur Verladung vorgesehenen Rohölladungen aus
den Vereinigten Arabischen Emiraten und Oman aufgekauft habe.
An der EuroStoxxx-Spitze zogen die Papiere von Ferrari
um mehr als vier Prozent an. Analyst Jose Asumendi
von der US-Bank JPMorgan rechnet mit einem soliden ersten Quartal
des Sportwagenbauers.
Nach einer Kaufempfehlung der US-Investmentbank Bank of America
schnellten in Kopenhagen die Anteilscheine von Orsted
um sieben Prozent nach oben. Das politische Risiko für
US-Windkraftprojekte auf See nehme ab, schrieb Analyst Peter
Bisztyga. Auch das stärkere Geschäft in Europa spreche für die
Dänen. Generell sei das Thema Windkraft auf See ein Nutznießer des
Iran-Kriegs und des Strebens nach Unabhängigkeit von fossilen
Brennstoffen. Darüber hinaus seien die Orsted-Aktien attraktiv
bewertet./la/he